Lesen ist Kino im Kopf!

Lesen ist keine Kunst – VORlesen allerdings schon! Und was für eine! In die Gunst, dieser Kunst zu lauschen, sind wir alle schon ein- oder mehr- oder gar viele Male gekommen. Nicht wenige genießen es, auch als bereits längst den Kinderschuhen, Pippi Langstrumpf, Harry Potter und den ???-Geschichten-Entwachsener das ein oder andere Ohr der ein oder anderen Hörgeschichte zu schenken. Oder eher andersrum – sich geistig und akustisch beschenken zu lassen durch gut Vorgetragenes. Wobei es ja gar nicht immer nur Geschichten sind – auch schlichte Nachrichten verlangen den Vortragenden eine gute Portion Lesekunst ab.
Und nun war es also wieder soweit. Im Dezember konnten die ermittelten KlassensiegerInnen der 6ten Klassen des Lise-Meitner-Gymnasiums ihre – noch junge – Lesekunst vor Publikum präsentieren und damit den Ring für die erste Runde beim Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels besteigen. Dieser Wettbewerb gilt als der traditionsreichste und größte Lesewettstreit Deutschlands, der seit 1959 jährlich von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und anderen kulturellen Einrichtungen durchgeführt wird. Kein Geringerer als der Bundespräsident höchstselbst hat die Schirmherrschaft dieses lesevergnüglichen Wettbewerbs einst übernommen.
Lesen ist vielmehr als bloßes Dechiffrieren aneinandergereihter Buchstaben. Lesen ist Verstehen. Lesen ist das Erschaffen eigener Bilder im Geiste. Lesen ist Kino im Kopf. Und Lesen ist die Grundlage aller Bildung.
Eine gute Botschaft in schwierigen Zeiten: Lesen und Lesestoff lassen sich kaum von einer scheinbar wild gewordenen Weltlage beeindrucken und aufhalten, was natürlich nicht heißt, dass die Agierenden dieser, einem nahezu fast abwegig vorkommenden Weltlage nicht zum Inhalt von Lesestoff werden. Aber die Welt in den Büchern, um die es in diesem Wettbewerb geht, ist eine andere. Eine, in die es sich genüsslich abtauchen lässt.
Ava Schäfer aus der 6a, Helena Becker aus der 6b, Lena Arik (6c) und Emilia Höning (6d) ließen uns also in der Schulaula des LMG in den Genuss ihrer Vorlesekünste kommen. Und, wie praktisch jedes Mal, hatte es die Jury, die aus dem Schulleiter Herrn Westje-Bachmann und vier erfahrenen Kolleginnen aus der Deutsch-Fachschaft bestand, ihre liebe Mühe, das oberste Siegertreppchen mit nur einer Leserin zu bestücken.
Gewonnen haben natürlich alle, wobei nicht nur passende Buchpreise für den Gewinn stehen. Auf dem Siegertreppchen des Schulgewinners, der sein Können auf der nächsten Ebene zum Besten geben darf, ist aber nur Platz für eine, und die heißt in diesem Jahr, beim 67. Wettbewerb dieser Art, Ava Schäfer (6a).
Liebe Ava, Helena, Lena und Emilia, ihr habt das prima gemacht!
Wir bedanken uns bei euch und wünschen jetzt Ava alles Gute für die nächste Runde auf der Kreisebene (gefolgt dann von Bezirks- und Landesentscheiden) Lesen lohnt sich – immer!
U. Zimmermann