Preise beim 69. Europäischen Wettbewerb 2022


Das Lise-Meitner-Gymnasium hat zum fünften Mal in Folge erfolgreich am Europäischen Wettbewerb teilgenommen.
Deutschlands ältester Wettbewerb stand dieses Jahr unter dem Motto „Nächster Halt: Nachhaltigkeit“. Im Kunstunterricht beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 6c und 6d mit dem ökologischen Fußabdruck in Europa und fanden kreative Antworten: Was können Kinder an ihren Schulen konkret für den Umweltschutz tun? Was macht eine Landwirtschaft aus, in der es Menschen, Tieren und Pflanzen gleichermaßen gut geht? Wie lassen sich Nahrungsmittel und andere Produkte so produzieren, dass möglichst wenig Ressourcen verbraucht werden? Was sollten wir in Zukunft in Europa anders machen?
Die gelungensten Arbeiten wurden beim Wettbewerb eingereicht und von einer Jury auf Orts-, Landes- und Bundesebene beurteilt. Nun wurden 9 Arbeiten mit Preisen ausgezeichnet und mit Urkunden und Buchgutscheinen belohnt.

Klasse 6c: Celina Kaucher, Lennart Laukel, Lia Reith, Leonie Wenz
Klasse 6d: Hannah Kern, Jannika Loth, Mathilda Rexroth, Carla Schüssler, Sven Strickerodt

Herzlichen Glückwunsch an alle PreisträgerInnen!

(Patrizia Steinhoff)

Stadtradeln 2021 und 2022


Am LMG sind die Schüler:innen und Lehrer:innen nicht nur in der Sporthalle aktiv, sondern zunehmend auch auf den Straßen und Radwegen. Bereits im letzten Jahr hat das Lise-Meitner-Gymnasium an der Aktion STADTRADELN – Radeln für ein gutes Klima – mit der Gemeinde Königsbach-Stein im Enzkreis teilgenommen. Alle, die in der Gemeinde Königsbach-Stein wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen, konnten beim STADTRADELN mitmachen.
STADTRADELN ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob Sie bereits jeden Tag fahren oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs sind. Jeder Kilometer zählt – erst recht, wenn Sie ihn sonst mit dem Auto zurückgelegt hätten.
Im Jahr 2021 hat das Team LMG mit mageren 11 Teilnehmer:innen (die Corona-Lage hat einiges dazu beigetragen), mit 130,40 Kilometern pro Kopf die Kategorie „radelaktivste Schule“ im Enzkreis gewonnen.
Die Preisverleihung fand am 27. August um 16 Uhr statt. Trotz der Ferien vertraten Rumen Derventski, Max Pörner und Frau Eppinger die Schule und nahmen die Preise für alle Teilnehmer:innen in Empfang. Neben einem wiederwendbaren Gemüse- und Obststoffbeutel bestand der Preis aus einer Tafel Schokolade und einem Gutschein für den Waldklettergarten in Pforzheim.
Seit der letzten Fahrradsaison kommen nun auch vermehrt die Lehrer:innen des LMGs und der Willy-Brandt-Realschule mit dem Fahrrad, insbesondere mit E-Bikes aus den Gemeinden und Städten aus der Umgebung auf zwei Rädern zur Schule.
Dies machte sich bei der diesjährigen STADTRADELN-Aktion deutlich.
Vom 13. Mai bis 03. Juni 2022 nahm die Gemeinde Königsbach-Stein und das zugehörige Team des LMG teil. Mit 10.749 Radkilometern landete die Schulgemeinschaft auf dem ersten Platz und pro Kopf wurden 182 km erfahren. So sparte das LMG-Team, bestehend aus 59 Radler:innen, 1.655 Tonnen CO2 ein.
Bundesweit haben über 2494 Kommunen teilgenommen und 489.346 Radelnde haben mit 87.711.001 Radkilometern 13.507 Tonnen CO2 eingespart.
Im gesamten Enzkreis haben wir den 7. Platz von 195 Teams erreicht und somit sind wir wieder die „radelaktivste Schule“ (Gesamtkilometer) . Wir freuen uns auf Preisverleihung und die Herausforderung unsere bisherigen Ergebnisse im nächsten Jahr zu überbieten.

Catrin Eppinger

Das LMG unter den Landessiegern beim Planspiel Börse 2022

Siegerehrung Planspiel Börse der Sparkasse
v.l.n.r.: Dr. Katja Bodenhöfer-Alte (Börse Stuttgart), Dr. Markus Vogtmann (SVBW), Erik Fleps, Emil Reichelt, Lehrer Fabian Kreutel und Natalie Oberritter (Sparkasse Pforzheim-Calw)

Am Mittwoch, den 23.03.2022, besuchten wir, die Zehntklässler Erik Fleps und Emil Reichelt, gemeinsam mit unserem WBS-Lehrer Fabian Kreutel und der Vertreterin der Sparkasse Pforzheim-Calw, Natalie Oberritter, die Sparkassenakademie in Stuttgart.
Da wir beim diesjährigen Planspiel Börse baden-württembergweit den dritten Platz belegt hatten, wurden wir zur Landessiegerehrung nach Stuttgart eingeladen.
Dort angekommen empfing man uns mit einem leckeren Frühstück in der Akademie. Anschließend erläuterte Dr. Katja Bodenhöfer-Alte, die Geschäftsführerin der öffentlich-rechtlichen Wertpapierbörse Stuttgart, in einem spannenden Vortrag die Funktionsweise und Bilanz der Stuttgarter Börse. Sie ist übrigens die drittgrößte Börse Deutschlands und der sechstgrößte Handelsplatz in Europa.
Für unsere Depotgesamtwertung erhielten wir dann als Team „Altschauerberg 2“ einen Geldpreis in Höhe von 250 €.
Nach dem Mittagessen im eindrucksvollen Lampensaal der Akademie machten wir uns zum Museum der Illusionen auf, in welchem verschiedene optische Täuschungen erzeugt werden können.
Am Ende dieses rundum gelungenen Tags fuhren wir um viele schöne Eindrücke bereichert zurück nach Königsbach.

Erik Fleps, Emil Reichelt (beide 10c)

Ein Heim für Insekten

Schüler packen an: Timon und Nelson halten das Insektenhotel, das sie gemeinsam mit Loris, Vivien, Josy, Volodymyr, Pascal, David, Emily, Nils, Younique und Lea (von links) produzieren. (rol)

Rund, praktisch und gut für die Umwelt soll das sein, was zwölf Oberstufenschüler des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums in diesen Tagen in einer Eisinger Garage herstellen. Sie bearbeiten Baumstämme, bohren Löcher hinein und schmirgeln Oberflächen ab, damit am Ende ein Insektenhotel entsteht. Im Rahmen eines vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft organisierten Projekts leiten sie ihre eigene Juniorfirma, die sie „Place2Bee“ getauft haben. Dabei ist ihnen Nachhaltigkeit besonders wichtig. „Unsere Juniorfirma existiert nur ein Schuljahr, aber wir wollten etwas machen, das darüber hinaus einen Nutzen hat“, erklärt Loris Hinnenberg, der zusammen mit Timon Sutalo zum Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde. Sie setzen auf Materialien aus der Region und ein Design, das sich abhebt: Das Insektenhotel besteht aus einer Baumscheibe mit einer viereckigen Vertiefung in der Mitte, gefüllt mit vier verschiedenen Materialien, in denen sich Insekten wohlfühlen: Moos, Äste, Holzwolle und Schilf. Um die Herstellung kümmern sich die Schüler größtenteils selbst. Zwar bekommen sie die Baumscheiben bereits fertig gesägt und mit der Vertiefung versehen, aber zum Insektenhotel werden sie erst durch die Arbeit der Schüler, die in die Vertiefung die verschiedenen Materialien einfüllen und das Ganze mit einem Drahtgestell abdecken.

In den umliegenden Rest des Stamms bohren sie mehrere Löcher – und zwar leicht schräg, damit eventuell eindringendes Wasser sofort wieder abfließen kann. Anschließend schmirgeln sie das Ganze nochmal ab, damit sich die Insekten nicht verletzen können. Auch beim Draht achten sie darauf, dass er keine raue Oberfläche hat. „Es gibt unglaublich viele Dinge, auf die man achten muss“, sagt Timon: „Am Anfang war uns nicht klar, wie kompliziert das ist.“ Erst recht, wenn man lokal produzieren will. Denn mit Ausnahme des Drahts kommen alle Teile des Produkts aus der Region. Die Baumscheiben sind unbehandelt und stammen aus heimischen Wäldern, das Moos und die Äste sammeln die Jugendlichen selbst, das Schilf hat einer von ihnen sowieso im Garten stehen und bei der Holzwolle handelt es sich um ein Abfallprodukt lokaler Schreiner. Bis die Produktidee feststand, haben sich die Schüler lange Gedanken gemacht. „Dass es etwas Nachhaltiges sein sollte, war uns von Anfang an klar“, erzählt Loris. Nur was genau? Ein Igel-Haus war im Gespräch, eine Sitzgelegenheit aus alten Reifen und ein Tisch, den man auf alte Bierflaschen stellen kann. Dass sie letztlich beim Insektenhotel gelandet sind, hat viele Gründe, aber einer sticht heraus: „Das Artensterben ist ein großes Problem, besonders bei Insekten, die ja gerade auch für die Landwirtschaft wichtig sind“, sagt Timon und erklärt, mit ihrem Produkt wollten sie einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Zielgruppe sind in erster Linie Gartenbesitzer, die selbst nicht handwerklich aktiv sind. Und natürlich alle, denen Natur und Tierwelt am Herzen liegt. Eine Marktumfrage unter 120 Menschen hat ergeben, dass der Preis für das Produkt unter 25 Euro liegen sollte und, dass viele potenzielle Kunden mit ihrem Insektenhotel gerne Wildbienen und Marienkäfer in den eigenen Garten locken würden. Am besten funktioniert das, wenn man es an einer trockenen Stelle aufhängt. Denn Nässe mögen die Insekten nicht. Im schlimmsten Fall könnten sie sogar ertrinken, wenn die Löcher mit Wasser volllaufen. In ihre Juniorfirma investieren die Schüler viel Zeit und Arbeit. A ber sie sagen, es lohne sich: „Es ist schön, die theoretischen Inhalte auch mal in die Praxis umzusetzen“, sagt Loris. Und Timon meint, man könne sich dabei viele „soft skills“ wie Verantwortung, Pünktlichkeit und Disziplin aneignen. Aktuell laufen die Produktion und die Suche nach Werbepartnern. Der Verkauf soll nach den Faschingsferien starten. Interesse sei da, sagen Timon und Loris: „Viele haben schon gesagt, sie würden eins kaufen.“ Wie viele am Ende tatsächlich den Besitzer wechseln, ist noch nicht klar. Fest steht allerdings schon jetzt, dass die Schüler ihren Gewinn für einen guten Zweck spenden werden. Mehr Informationen unter www.place2bee.info. – Nico Roller

Mit Weitsicht investiert

Glückwunsch und Lob: Hartmut Westje-Bachmann, Fabian Kreutel, Viktor Jeske und Claudia Kahles (hinten, von links) gratulieren den Schülern Emil, Nelio, Felix und Jonathan (vorne, von links) zu ihrem Erfolg beim Börsenspiel. (rol)

Von einem „tollen Ereignis“, von einer „herausragenden Platzierung“ und „viel Engagement“ spricht Viktor Jeske, um zu beschreiben, was Schülern des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums gelungen ist. Dass der Filialleiter der Königsbacher Sparkasse aus dem Loben gar nicht mehr herauskommt, ist kein Wunder. Schließlich sind beim bundesweiten Börsenspiel gleich zwei Gruppen der Schule auf dem Treppchen gelandet: Die Zehntklässler Felix Liu, Jonathan Mayer und Nelio Hartl belegen den zweiten Platz im Bereich der Sparkasse Pforzheim-Calw. Erik Fleps und Emil Reichelt schafften es sogar auf den ersten Platz. Zudem belegen sie in Baden-Württemberg den dritten Platz und bundesweit den neunten. Eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass allein im Bereich der Sparkasse Pforzheim-Calw rund 160 Gruppen an dem Wettbewerb teilgenommen haben. Drei Monate lang, von November bis Ende Januar, haben Felix, Jonathan, Nelio, Erik und Emil Kursverläufe analysiert, sich Unternehmensdaten angeschaut und in Aktien investiert. Sie haben Erfahrungen im Umgang mit Wertpapieren gesammelt, Börsenkurse im Blick behalten und Kapital in Aktien angelegt – alles genauso wie an der echten Börse, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass das Startkapital von 50.000 Euro nicht echt war.

Dabei verfolgten die beiden Gruppen verschiedene Strategien: Felix, Jonathan und Nelio kauften am Anfang viele Aktien, um das Risiko zu streuen. Später fokussierten sie sich auf Firmen mit Technik-Bezug, weil es dort zurzeit ein recht gutes Wachstumspotenzial gebe. Emil und Erik sind dagegen von Anfang an volles Risiko gegangen, indem sie gleich die kompletten 50.000 Euro investierten – und zwar in nicht mehr als fünf Aktien gleichzeitig. Eine Strategie, die aufging: Wäre das Geld echt gewesen, hätten sie innerhalb von drei Monaten eine Rendite von mehr als 16 Prozent erzielt. „Mit klugen Strategien und Weitblick haben die Schüler ein tolles Ergebnis erreicht“, sagt Sparkassen-Filialleiter Jeske und hofft, dass durch das Planspiel das Interesse am Wirtschafts- und Börsengeschehen geweckt wurde. Zumal die Sparkasse auch vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten biete. Am Königsbacher Gymnasium freut man sich über den Erfolg der Schüler, die bei dem Börsenspiel von Lehrer Fabian Kreutel betreut wurden. „Ein Planspiel hat nochmal eine andere Qualität, weil es einem die Realität praktisch näherbringt“, sagt der Lehrer, der solche Wettbewerbe auch vor dem Hintergrund wichtig findet, dass in der Presse oft zu lesen sei, die Finanzbildung komme in den Schulen zu kurz.

„Ich freue mich, dass die Schüler neben dem Unterricht noch aktiv sind und Lerninhalte praktisch umsetzen“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann. Dass die wirtschaftliche Bildung und die Vorbereitung aufs Berufsleben an seiner Schule eine große Rolle spielen, zeigt auch der Umstand, dass es dort inzwischen das Fach Wirtschafts-Berufs- und Studienorientierung (WBS) gibt. Die Schule ist zudem mit dem Boris-Siegel ausgezeichnet für ihre Berufs- und Studienorientierung, die über das hinausgeht, was von Bildungsplänen und Verwaltungsvorschriften gefordert wird. Unter anderem bietet sie eine Informationsveranstaltung mit ehemaligen Schülern, eine enge Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, einen Berufs- und Studieninfotag mit Firmenvertretern und Hochschulen an. Zusätzlich ist das Gymnasium Stützpunktschule Molekularbiologie, Teilnehmer an der Schüler-Ingenieur-Akademie und bei zahlreichen Wettbewerben vertreten. Am Börsenspiel nimmt sie schon seit vielen Jahren teil, immer wieder erfolgreich: Erst vor zwei Jahren hatten Schüler den zweiten Platz im Pforzheimer Raum belegt. – Nico Roller

Preise für Informatik-Asse

Äußerst erfolgreich: 35 Schüler des Königsbacher Gymnasiums haben einen ersten oder zweiten Preis gewonnen. Aufs Foto mit Lehrerin Miriam Klein (rechts) und Direktor Hartmut Westje-Bachmann (links) konnten wegen Quarantänefällen nicht alle. (rol)

Welchen Weg muss eine Schildkröte gehen, um den kompletten Garten abzugrasen, wenn sie jedes Feld nur einmal betreten darf? Welche Wassersperren muss der Müller schließen, damit er die Räder in seine Mühlen einbauen kann? Wie oft müssen Hunde ihre Plätze tauschen, bis sie der Größe nach sortiert sind? Das sind nur einige der Fragen, die beim Wettbewerb „Informatik-Biber“ gelöst werden mussten. 475 Schüler des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums haben daran teilgenommen. Und zwar sehr erfolgreich: 18 erhielten einen ersten, 17 einen zweiten Preis. Damit schneidet das Königsbacher Gymnasium deutlich besser ab als die meisten anderen Schulen in Deutschland: Im Bundesdurchschnitt belegen nur rund 2,5 Prozent der Teilnehmer einen ersten Platz, in Königsbach sind es stolze 3,8 Prozent. Und das, obwohl dort Informatik im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern nicht ab der fünften Klasse unterrichtet wird. Am Lise-Meitner-Gymnasium gibt es in der achten Klasse verpflichtend eine Stunde Informatik pro Woche. Wer will, kann ab Klasse neun das Fach Informatik-Mathematik-Physik (IMP) wählen, das inzwischen seit drei Jahren angeboten wird.

„Uns ist es wichtig, die Informatik als attraktives Fach zu etablieren“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann und betont, er sei stolz, dass beim Informatik-Biber dieses Jahr wieder so viele Schüler mitgemacht haben. Tatsächlich waren es deutlich mehr als im Vorjahr, als ein Teil der Schüler wegen Corona die Aufgaben von Hause aus erledigen musste. Dieses Jahr fand wieder alles in Präsenz statt: Im Computerraum hatten die aus allen Klassenstufen kommenden Teilnehmer 45 Minuten Zeit, um allein oder im Team ihrem Alter entsprechende Aufgaben zu lösen. „Der Wettbewerb fördert die Motivation und ermöglicht ohne große Vorkenntnisse einen Einblick, was Informatik bedeutet“, sagt Lehrerin Miriam Klein, die den Informatik-Biber am Königsbacher Gymnasium federführend betreut. Ihr Eindruck: Die Schüler haben Spaß an der Teilnahme. Und sie erkennen, dass einem Informatik im Alltag ständig begegnet. Etwa, wenn Navigationsgeräte die kürzesten Wege berechnen, wenn Speditionen planen, wie sie ihre Lastwagen so beladen, dass möglichst viele Kisten hineinpassen. Oder wenn Schulen mit Hilfe von Computerprogrammen die Stundenpläne erstellen und dabei unter anderem darauf achten, dass jede Klasse immer einen geeigneten Raum für das jeweilige Fach hat. – Nico Roller

Mit Vorlesen weiterkommen – in jeder Hinsicht

Der diesjährige bundesweite Vorlesewettbewerb, an dem über 7000 Schulen teilnahmen, stand unter dem Motto „Mit Vorlesen weiterkommen“. Exakt das wollten im wörtlichen Sinn auch die vier Klassensiegerinnen der sechsten Klassen, die am 8. Dezember 2021 in der Aula angetreten waren, um den Titel der Schulsiegerin unter sich auszumachen. Aber spätestens nach den einleitenden Worten Angelika Simmels, die den Vorlesewettbewerb am Lise-Meitner-Gymnasium seit mehr als 20 Jahren organisiert, war klar: Lesen bringt uns alle weiter. Neben der Siegerin gewinnen auch alle, die zuhören dürfen, die in fremde Welten entführt werden oder selbst lesen und mit den Heldinnen und Helden der Romane Neues entdecken.

So waren die vier Finalistinnen auch keineswegs die einzigen, die sich im Lesen geübt hatten. In den Wochen zuvor kürten die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler im Deutschunterricht die besten Lesenden jeder Klasse – in diesem Jahr ausnahmslos Mädchen. Luisa Bohm (6a), Olivia Reiling (6b), Marlene Melzer (6c) sowie Jannika Loth (6d) konnten sich in ihrer jeweiligen Klasse durchsetzen.
Die Anspannung war förmlich mit Händen greifbar, als sich alle vier zunächst durch den Vortrag eines selbst ausgewählten Textes beweisen mussten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten viele schöne Interpretationen der Textstellen und wurden mitgerissen in die Fantasiewelt der jeweiligen Romane. Nach einer Pause folgte die zweite, noch schwierigere Aufgabe: Nun musste eine unbekannte Textstelle des Romans „Undercover Robot“ (D. Edmonds, B. Fraser) in guter Lesetechnik und möglichst mit stimmlicher Interpretation des Gelesenen zu Gehör gebracht werden. Auch hier erlaubte sich keine der vier Finalistinnen größere Fehler, sodass es für die Jury unter Vorsitz des Schulleiters, Herrn Westje-Bachmann, in diesem Jahr besonders schwer war, die Siegerin auszumachen. Die Wahl fiel aufgrund ihres variantenreichen, sicheren Lesens auf Marlene Melzer. Sie konnte ihr Können auch vor der voll besetzten Aula souverän zeigen – und so wünscht die gesamte Schulgemeinschaft ihr gutes Gelingen, wenn sie das Lise-Meitner-Gymnasium bald auf Ebene der Schulsieger vertritt.
Ein ausdrückliches Lob sprach Herr Westje-Bachmann im Namen der Jury aber allen Finalistinnen aus. Auch in diesem Jahr kannte der Vorlesewettbewerb keine Verlierer, sondern eigentlich nur Sieger, weil alle profitieren. Dazu sind auch die Zuhörer zu zählen, die neben gelungenen Textinterpretationen ein schönes Vorspiel der Streicherklasse 6a unter Leitung ihrer Lehrerinnen Lena Kunzmann sowie Gabriela Bradley erlebten. So zeigte dieser Adventsvormittag auf vielfältige Weise, welches Können und welche Begabungen in den sechsten Klassen stecken.

Mit der Kettenreaktion zum Sieg

Zwei geniale Tüftler: Paul Wall und Nils Müller (von links) vom Königsbacher Gymnasium haben bei „Explore Science“ den Wettbewerb „Kettenreaktion“ gewonnen. (rol)

Monatelang haben Nils Müller und Paul Wall getüftelt, ausprobiert, verworfen und neu konstruiert. Mit großem Erfolg: Anfang Oktober haben sie bei den naturwissenschaftlichen Erlebnistagen „Explore Science“ in Mannheim den Wettbewerb „Kettenreaktion“ gewonnen. Veranstaltet von der Klaus Tschira Stiftung, finden die naturwissenschaftlichen Erlebnistage in Mannheim und Bremen statt, wo sie für gewöhnlich von mehreren Tausend Menschen aus ganz Deutschland besucht werden. Müller und Wall gehen auf das Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium, besuchen dort die Kursstufe und den Chemie-Leistungskurs. Ihr Lehrer Fabian Kreutel hatte sie zur Teilnahme am Wettbewerb motiviert und ist von dem Ideenreichtum der beiden Schüler begeistert: „Ich finde es faszinierend, wie sie Wissenschaftsgeschichte mit technischer Raffinesse auf engstem Raum vereint haben.“

Genau das war auch die Aufgabe: Für eine gerade einmal einen Quadratmeter große Fläche musste eine Vorrichtung entwickelt werden, die möglichst viele Energieumwandlungen nacheinander zeigt und nach einmaligem Anstoßen von allein durchläuft. Den beiden Schülern ist es gelungen, mehr als 30 unterzubringen. Etwa eine Kerze, die ein Seil durchbrennt, an dem ein Apfel befestigt ist. Er fällt herunter und stößt eine Reihe von Dominosteinen an. Eine selbst gebaute Batterie schließt den Steuerstromkreis eines ebenfalls selbst gebauten Relais, wodurch ein Ventilator mit Strom versorgt wird, der einen Wagen antreibt. Und dann gibt es noch einen Mini-Computer mit Motor, der über Seilzüge eine kleine Rakete nach oben zieht, die dort einen Ballon zum Platzen bringt. Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag unternehmen die beiden Schüler eine „Reise durch die Zeit“, mit Verweisen auf große Forscher-Persönlichkeiten, etwa auf Isaac Newton, auf Archimedes, auf Nikolaus Kopernikus und auf Elon Musk. Vier Stunden waren Wall und Müller am Wettbewerbstag mit dem Aufbau beschäftigt. „Ich glaube, wir sind an dem Tag mehr als zehn Kilometer gelaufen“, erzählt Wall. Schließlich musste fast jedes Modul einzeln zum Ausstellungstisch transportiert werden, um die Konstruktion nicht zu beschädigen.

Diese hatten sie bereits zuvor zu Hause konzipiert. Dort bauten sie die einzelnen Module und versuchten, sie miteinander in Verbindung zu bringen. „Da ging es viel ums Ausprobieren.“ Mit Ausnahme der Sommerferien haben sie seit April immer wieder an dem Projekt gearbeitet. „Es war schön, mal dabei zu sein“, sagt Müller. Es sei toll gewesen, theoretisches Wissen aus dem Unterricht in größerem Maßstab in der Praxis anzuwenden. Klar, dass ihnen auch das Lob von Direktor Hartmut Westje-Bachmann sicher ist: „Ich bin begeistert, dass Schüler neben dem Unterricht so viel Zeit in die Beschäftigung mit spannenden wissenschaftlichen Themen stecken.“ – Nico Roller

Durchhaltevermögen belohnt

So sehen Sieger aus: Die erfolgreichen Schüler mit ihren Urkunden und mit Lehrer Fabian Kreutel (Zweiter von links). (rol)

Experimentieren, protokollieren und recherchieren: Alles kein Problem für die 24 Schüler des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums, die im vergangenen Schuljahr trotz Corona-Lockdown an beiden Runden des Wettbewerbs „Chemie im Alltag“ teilgenommen haben. Damit hat das Königsbacher Gymnasium die zweitmeisten erfolgreichen Teilnehmer in Baden-Württemberg und ist landesweit der zweite Schulsieger. „Es gab zwischendurch ziemlich schwierige Phasen“, sagt Hartmut Westje-Bachmann: „Und trotzdem haben alle durchgehalten.“ Mit „schwierig“ meint der Direktor den Lockdown, der im März des vorigen Jahres verhängt wurde. Die erste Runde des Wettbewerbs hatte da schon in Präsenz stattgefunden: Die Schüler machten ihre Experimente in den Chemieräumen der Schule, arbeiteten in Zweiergruppen und tauschten sich mit ihren Lehrern aus. Doch in der zweiten Runde ging all das wegen des inzwischen verhängten Lockdowns nicht mehr. Aufgeben war für die meisten Schüler dennoch keine Option: Viele hätten sich die Aufgaben aufgeteilt und seien dann in Videokonferenzen ausgewichen, erzählt Lehrer Fabian Kreutel, der den Wettbewerb zusammen mit seiner Kollegin Karin Federkeil betreut: „Das hat wahnsinnig viel Koordinationsarbeit erfordert.“

Auch für sie als Lehrer sei es schwierig gewesen, den Kontakt zu den Schülern zu halten. Über ein Forum auf der Lernplattform „Moodle“ haben sie es dennoch geschafft. „Das hat erstaunlich gut funktioniert“, sagt Kreutel, der beeindruckt ist vom Ehrgeiz und von der Disziplin der Schüler. Zumal der Wettbewerb „Chemie im Alltag“ ihnen einiges abverlangt. Nicht nur vorgegebene Experimente müssen gemacht, sondern auch ausführliche, zum Teil 30 Seiten umfassende Protokolle geschrieben werden, Tabellen, Fotos, Zeichnungen und Grafiken inklusive. „Da war viel Recherchearbeit notwendig“, sagt Kreutel: Die gefragten Inhalte stünden in der Mittelstufe nämlich noch nicht auf dem Chemie-Lehrplan. Beschäftigt haben sich die Schüler mit Kartoffeln und mit Schokolade. Sie bestimmten den Brennwert von Schokolade, den Stärkegehalt von Kartoffeln und die Eigenschaften von Emulgatoren, sie stellten Plastik aus Kartoffelstärke und ihre eigene Schokolade her. „Das war schon interessant“, sagt Niklas (17): Es habe Spaß gemacht, Themen zu behandeln, die so im Chemie-Unterricht nicht vorkommen. – Nico Roller

14 PreisträgerInnen erfolgreich beim 68. Europäischen Wettbewerb

Das Lise-Meitner-Gymnasium hat zum vierten Mal in Folge erfolgreich am Europäischen Wettbewerb teilgenommen. Das Schuljahr 2020/21 war ein Schuljahr im Ausnahmezustand – auch für den Europäischen Wettbewerb. Doch trotz Schulschließungen und Distanzunterricht fand der älteste Schülerwettbewerb auch in diesem Jahr wieder statt, allerdings neu organisiert: die Einreichung der Kunstwerke wurde digital ermöglicht und die Jurierungen wurden auf Landkreis-, Landes- und Bundesebene online durchgeführt.
Das Thema des 68. Europäischen Wettbewerbs „Digital EU – and YOU?!“ gab den Kindern die Möglichkeit, ihre pandemiebedingt überwiegend digitale Lebenswelt kreativ und kritisch zu reflektieren.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d haben sich im Kunstunterricht mit den Themen „Fake News“, „Schreiben und Lesen – früher, heute, morgen“ und „Mona Lisa 2.0 trifft auf Beethoven 3.0“ kreativ beschäftigt und diese bildnerisch umgesetzt. Die gelungensten Arbeiten wurden schließlich beim Wettbewerb eingereicht und von einer Jury auf Orts-, Landes- und Bundesebene beurteilt. Nach dem Auswahlverfahren durften dann am 1. Juli die Preisträgerinnen und Preisträger sichtlich stolz ihre Urkunden und Buchgutscheine mit einem großen Lob von Herrn Westje-Bachmann entgegennehmen.
Einen Bundespreis erhielt:
Sven Strickerodt
Landespreise erhielten:
Sven Strickerodt und Jannika Loth
Ortspreise erhielten:
Eva Gramms, Eva-Marie Prokosch, Emilia Hüttinger, Amelie Schäfer, Carla Schüssler, Felix Fischer, Lukas Gromer, Max Koch, Elisa Krust, Mathilda Rexroth, Florian Scheider, Finya-Lyn Schuler

Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger!
(Patrizia Steinhoff)