Arbeitsgemeinschaften 2022/2023

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern,

die folgende Tabelle zeigt, welche Arbeitsgemeinschaften im Schuljahr 22/23 am LMG angeboten werden können und für welche Klassenstufen die jeweilige Arbeitsgemeinschaft geeignet ist. Ab Mittwoch, dem 21.9.22 werden die AG-Zettel mit weiteren Informationen an den Pinnwänden im Flur neben Raum 204 eine Woche lang zum Eintragen ausgehängt. Die Arbeitsgemeinschaften starten in der Regel in der 4. Schulwoche (ab dem 4.10.22). Bei weitergehenden Fragen bitte das Klassenlehrerteam oder die verantwortlichen Lehrkräfte kontaktieren.

Der neue Jahresbericht ist da!

Das vergangene Schuljahr in vielen Bildern, interessanten Berichten, Zahlen und Eindrücken – das bietet „Augenblicke – Jahresbericht des LMG“.
Hier finden Schüler*innen und Eltern, Ehemalige und alle Interessierten die Fotos und Berichte zu den Exkursionen, Drei- und Fünftagesfahrten, zu besonderen Unterrichtsprojekten und vielem mehr aus dem Schuljahr 2021/22.

Wir konnten trotz gestiegener Kosten und einem hochwertigen Vollfarbdruck den Preis bei 6 Euro belassen.
Bei Interesse geben Sie Ihrem Kind den Betrag (bitte möglichst passend) mit in die Schule. Über die Klassenlehrer erhalten Sie dann sogleich Ihr Exemplar.

Vielen Dank für Ihr Interesse am Schulleben des Lise-Meitner-Gymnasiums und den „Augenblicken 2021/22“!

M. Kunzmann für das Jahresberichtsteam

Ausflug zur BASF

Am 03.06.2022 war es endlich soweit – der erste Ausflug des Chemie Leistungskurses CH1 konnte stattfinden. Nach der langen Ausflugspause aufgrund von verschiedensten Coronaregelungen waren alle zwölf Chemieabiturienten voller Begeisterung als wir den weltgrößten Chemiekonzern, die BASF in Ludwigshafen am Rhein, besuchten.
Dort angekommen wurden wir zunächst von Frau Dr. Busch begrüßt und durch das Visitor Center geführt, in welchem von der BASF hergestellte Produkte und interessante Unternehmensdaten präsentiert werden.
Teilweise konnten wir auf unser erlerntes Wissen aus den vier Kurstufenhalbjahren zurückgreifen und so manche Erklärungen von Dr. Busch besser verstehen. Beispielsweise illustrierte sie, wie viel Chemie eigentlich in Windeln steckt. Die sogenannten Superabsorber dienen als Basis für deren Funktion, welche von der BASF stets verbessert und perfektioniert werden. Beeindruckend ist dabei, dass ein Gramm des kristallinen Superabsorbers bereits einhundert Gramm Wasser binden kann.
Anschließend folgte der aufregendste Teil der Exkursion: Die Werksbesichtigung. Mit einem Bus wurden wir über das Werksgelände gefahren, welches einer Kleinstadt gleicht. Es verfügt über ein eigenes Straßensystem mit vielen Bahnübergängen und Ampeln, einer eigenen Werksfeuerwehr und einem Krankenhaus sowie einer riesigen Hafenanlage. So wurden die Ausmaße dieses gigantischen Chemiekonzerns unmittelbar erfahrbar.
An der Ammoniakfabrik legten wir einen Stopp ein und besichtigten diesen von der Nähe. Obwohl wir die Theorie hinter dem Haber-Bosch-Verfahren schon kennengelernt hatten, war die Realität doch sehr beeindruckend. In den Primärreformer, der erste Schritt der Ammoniaksynthese, durften wir sogar einen Blick werfen. Hinter der Reaktorwand herrscht allerdings eine Temperatur von 900 °C, wodurch die Hitze so drückend war, dass viele von uns sogar die Ärmel ihrer Schutzwesten als Wärmedämmung für den Handlauf des Geländers einsetzten. Uns wurde auf eindrucksvolle Weise klar, dass so manches theoretische Konzept in der Chemie doch eine ganz andere Dimension in der Praxis erreicht. Die Verfahrenstechnik und Ingenieurskunst spielen bei der Realisierung chemischer Synthesen folglich eine eminente Rolle.
Die Exkursion endete mit vielen neuen chemisch praxisorientierten Erfahrungen in einem nicht unweit entfernten Pizzahaus am Rhein. So ließ der Chemie LK am letzten offiziellen Schultag der ganzen Schulkarriere die Exkursion gemeinsam ausklingen.
Der Chemie LK bedankt sich bei Herrn Kreutel für die Organisation der Exkursion und die zwei wunderbaren Jahre in der Kursstufe.
Nils Müller

Digitalisierung schreitet voran

Foto: N. Roller

Staunend laufen sie durch die großen Hallen, schauen sich die Abläufe an und steigen Treppenstufen hinauf, um die Anlagen aus der Nähe zu betrachten: Rund ein Dutzend Schülerinnen des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums haben am Donnerstag die ortsansässige Firma IMO Oberflächentechnik besucht und dabei eine Menge gelernt. Das Ganze war Teil des „Girls‘ Digital Camp“: ein von der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) und dem CyberForum auf die Beine gestelltes und vom Landeswirtschaftsministerium gefördertes Projekt, das Mädchen Einblicke in digitale Anwendungen und Berufsfelder ermöglichen soll. Dazu gehören auch Firmenbesuche wie der bei IMO, wo Ausbildungsleiter Hubert Maisenbacher und Philipp Kiseljak als Fachausbilder Galvanotechnik den neun Schülerinnen der Klassenstufen sechs bis acht und den zwei älteren Mentorinnen aus der neunten Klasse die Abläufe zeigten.

Bei IMO beginnt die Digitalisierung schon beim Wareneingang: Auf einer Laufkarte sind über einen QR-Code alle wichtigen Daten hinterlegt und können an jeder Anlage aufgerufen werden. Maisenbacher erklärt, so sei der Produktionsprozess lückenlos nachvollziehbar. Mit den Schülerinnen macht er auch Station an einem Einzelteil-Automaten und zeigt ihnen den Bearbeitungs-Computer, auf dem die Anlage visuell dargestellt ist. So können alle wesentlichen Daten über den gerade laufenden Prozess abgerufen werden. Maisenbacher führt die Mädchen zu einer automatischen Analysestation, die Flüssigkeit ansaugt und über einen Sensor erkennt, was sich in welcher Konzentration in der Lösung befindet. Fehlt etwas, wird es automatisch ergänzt. Maisenbacher sagt, die Digitalisierung nehme auch bei IMO immer mehr zu. Viele Kunden, gerade aus der Automobil-Branche, würden verständlicherweise eine gewisse Automatisierung erwarten, weil so die Nachverfolgbarkeit der Aufträge und die Gleichmäßigkeit der Bearbeitung besser gewährleistet seien.

„Die Arbeitswelt von Morgen erfordert ein immer größeres Verständnis von digitalen Prozessen und Abläufen“, erklärt der Ausbildungsleiter, der auch Mädchen dazu aufruft, sich für technische Ausbildungsgänge zu bewerben. Bei IMO habe man die Erfahrung gemacht, dass Mädchen die Ausbildungen gut bewältigen können. Sogar Landessiegerinnen hat die Firma schon hervorgebracht. IMO unterstützt das Girls‘ Digital Camp am Königsbacher Gymnasium als Hauptsponsor. Ende 2021 übernahm das Unternehmen die Anschaffungskosten von rund 3.800 Euro für die Fischertechnik-Baukästen. Mit ihnen bauen die Schülerinnen Modelle, die sie anschließend programmieren. Das Königsbacher Gymnasium ist eine von sieben Schulen in der Region, die am Girls‘ Digital Camp teilnehmen. – Nico Roller

Preise beim 69. Europäischen Wettbewerb 2022


Das Lise-Meitner-Gymnasium hat zum fünften Mal in Folge erfolgreich am Europäischen Wettbewerb teilgenommen.
Deutschlands ältester Wettbewerb stand dieses Jahr unter dem Motto „Nächster Halt: Nachhaltigkeit“. Im Kunstunterricht beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 6c und 6d mit dem ökologischen Fußabdruck in Europa und fanden kreative Antworten: Was können Kinder an ihren Schulen konkret für den Umweltschutz tun? Was macht eine Landwirtschaft aus, in der es Menschen, Tieren und Pflanzen gleichermaßen gut geht? Wie lassen sich Nahrungsmittel und andere Produkte so produzieren, dass möglichst wenig Ressourcen verbraucht werden? Was sollten wir in Zukunft in Europa anders machen?
Die gelungensten Arbeiten wurden beim Wettbewerb eingereicht und von einer Jury auf Orts-, Landes- und Bundesebene beurteilt. Nun wurden 9 Arbeiten mit Preisen ausgezeichnet und mit Urkunden und Buchgutscheinen belohnt.

Klasse 6c: Celina Kaucher, Lennart Laukel, Lia Reith, Leonie Wenz
Klasse 6d: Hannah Kern, Jannika Loth, Mathilda Rexroth, Carla Schüssler, Sven Strickerodt

Herzlichen Glückwunsch an alle PreisträgerInnen!

(Patrizia Steinhoff)

Stadtradeln 2021 und 2022


Am LMG sind die Schüler:innen und Lehrer:innen nicht nur in der Sporthalle aktiv, sondern zunehmend auch auf den Straßen und Radwegen. Bereits im letzten Jahr hat das Lise-Meitner-Gymnasium an der Aktion STADTRADELN – Radeln für ein gutes Klima – mit der Gemeinde Königsbach-Stein im Enzkreis teilgenommen. Alle, die in der Gemeinde Königsbach-Stein wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen, konnten beim STADTRADELN mitmachen.
STADTRADELN ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob Sie bereits jeden Tag fahren oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs sind. Jeder Kilometer zählt – erst recht, wenn Sie ihn sonst mit dem Auto zurückgelegt hätten.
Im Jahr 2021 hat das Team LMG mit mageren 11 Teilnehmer:innen (die Corona-Lage hat einiges dazu beigetragen), mit 130,40 Kilometern pro Kopf die Kategorie „radelaktivste Schule“ im Enzkreis gewonnen.
Die Preisverleihung fand am 27. August um 16 Uhr statt. Trotz der Ferien vertraten Rumen Derventski, Max Pörner und Frau Eppinger die Schule und nahmen die Preise für alle Teilnehmer:innen in Empfang. Neben einem wiederwendbaren Gemüse- und Obststoffbeutel bestand der Preis aus einer Tafel Schokolade und einem Gutschein für den Waldklettergarten in Pforzheim.
Seit der letzten Fahrradsaison kommen nun auch vermehrt die Lehrer:innen des LMGs und der Willy-Brandt-Realschule mit dem Fahrrad, insbesondere mit E-Bikes aus den Gemeinden und Städten aus der Umgebung auf zwei Rädern zur Schule.
Dies machte sich bei der diesjährigen STADTRADELN-Aktion deutlich.
Vom 13. Mai bis 03. Juni 2022 nahm die Gemeinde Königsbach-Stein und das zugehörige Team des LMG teil. Mit 10.749 Radkilometern landete die Schulgemeinschaft auf dem ersten Platz und pro Kopf wurden 182 km erfahren. So sparte das LMG-Team, bestehend aus 59 Radler:innen, 1.655 Tonnen CO2 ein.
Bundesweit haben über 2494 Kommunen teilgenommen und 489.346 Radelnde haben mit 87.711.001 Radkilometern 13.507 Tonnen CO2 eingespart.
Im gesamten Enzkreis haben wir den 7. Platz von 195 Teams erreicht und somit sind wir wieder die „radelaktivste Schule“ (Gesamtkilometer) . Wir freuen uns auf Preisverleihung und die Herausforderung unsere bisherigen Ergebnisse im nächsten Jahr zu überbieten.

Catrin Eppinger

Veränderungen im und ums Schulhaus

Wenn gleich die SMV die letzten zwei Jahre aufgrund der Pandemie eher im Hintergrund Dinge bewegt hat, so hat sie dieses Jahr auch einige Dinge erreicht, die im und ums Schulhaus sichtbar sind.

Zu Beginn des Jahres wurde der SMV-Raum neu gestrichen, ausgemistet und mit neuen Tischen, Stühlen und Schränken ausgestattet. Ein Dank geht an den Schulträger, die Schulleitung und an das Hausmeisterteam, die dieses Vornehmen unterstützt und ermöglicht haben.
Weitere Neugestaltungen für den SMV-Raum wie eine Bildergalerie etc. sind bereits in Planung, um die SMV noch persönlicher zu repräsentieren.

Des Weiteren engagierte sich die Umweltgruppe der SMV dieses Jahr für zwei Projekte zugunsten der Insekten auf dem Schulgelände. Im Mai wurde dafür eine bunte Bienenweide durch die Firma Hottinger und das Hausmeisterteam ausgesät, sodass auch Insekten in Zukunft auf das Schulgelände wieder zurückkehren und ein Zuhause finden können. Für die Insekten gibt es zukünftig auch ein großes Insektenhotel auf dem Schulgelände, um auch Wildbienenarten und andere seltenere Insekten anzulocken.
Die SMV kam dafür mit dem benötigten Betrag auf, um Umweltprojekte an der Schule tatkräftig zu fördern.

Für den Pausenhof möchte der Förderverein, auch durch die Spende der Volksbank, dieses Jahr der Schülerschaft eine große Adventure-Box mit Bällen, Springseilen etc. sponsern, sodass auch in den Pausen Spielgeräte zur Verfügung stehen und man sich austoben kann.
Die Container-Box und das Material sind bereits bestellt. Die genaue Umsetzung eines Pfand-Systems befindet sich in Planung. Daher freuen wir uns, dass uns in Zukunft diese Adventure-Box zur Verfügung stehen wird.

Neben der SMV engagierte sich auch die Kursstufe 1 im Frühjahr und setzte sich aktiv für die Umgestaltung des in die Jahre gekommenen Oberstufenraums ein.
Dabei wurden die Wände und Säulen neu gestrichen und die Deckenlampen repariert.
Zudem machte der Förderverein eine sehr großzügige Spende, die das Anschaffen neuer Tische und Stühle ermöglichte. Endlich konnten die alten Tische aus den 70ern Jahren ausgetauscht werden und moderne Möbel diese ablösen. Die neuen Möbel verleihen dem Zimmer eine angenehmere Atmosphäre in den Pausen zum Lernen und Ausruhen für uns als Oberstufe. Wir hoffen, dass sich auch zukünftige Oberstufenschüler:innen daran freuen können. Danke, dass dieser Wunsch durch den Förderverein und die Schulleitung möglich gemacht werden konnte!

Marlena Elsässer K1

Eine ganze Schule macht Musik

Bunte musikalische Mischung: Die Mittel- und Oberstufen-Bigband spannt unter der Leitung von Johannes Weiß einen weiten Bogen von Sting bis Michael Bublé. (rol)

Die Kulturhalle vollbesetzt, die Stimmung bestens, das musikalische Niveau gewohnt hoch: Von ein paar Masken im Publikum einmal abgesehen, ist fast alles genauso wie vor der Corona-Krise. Nach zwei Jahren Pause hat das Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium am Donnerstagabend (2. Juni) zum ersten Mal wieder sein Special Concert auf die Beine gestellt. Eine Veranstaltung, bei der sowohl Schüler als auch Lehrer ihr musikalisches Können zeigen. Drei Stunden lang stehen in der Remchinger Kulturhalle in drei Bands und zwei Chören insgesamt knapp 100 Mitwirkende auf der Bühne. „Musik lebt vom Auftreten, sie verbindet und schweißt zusammen“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann. Auch, wenn die Probenarbeit unter Corona-Bedingungen „sehr mühsam“ gewesen ist, auch wenn die sonst üblichen Probentage ausfallen mussten: Johannes Weiß steht die Freude ins Gesicht geschrieben, als er am Donnerstagabend auf der Kulturhallen-Bühne die jungen Musiker dirigiert, ihnen ihre Einsätze zeigt und zu verstehen gibt, wann sie lauter und leiser spielen sollen.

Zusammen mit seinen Kolleginnen Patrizia Steinhoff und Lena Kunzmann hat der Lehrer die musikalische Leitung inne. Leider, sagt Weiß, habe die Pandemie dazu beigetragen, dass immer weniger junge Menschen ein Instrument erlernen. Der Musiklehrer will das ändern und betont: Zusammen mit anderen selbst Musik zu machen, bereichere das eigene Leben, schaffe neue Freunde und stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dass er mit dieser Aussage Recht hat, zeigt beim Special Concert unter anderem die Unter- und Mittelstufen-Bigband. Momentan gehören ihr mehr als 20 Kinder und Jugendliche an, die dem Publikum auf Flöten, auf Saxofonen, Klarinetten, Trompeten und Posaunen, an der Gitarre, am Bass, am Klavier und am Schlagzeug nicht nur Rockklassiker und Swingendes kredenzen, sondern auch Filmmusik aus James Bond und Harry Potter. Stücke von Ray Charles, von Sting und Michael Bublé haben dagegen ihre älteren Kollegen von der Mittel- und Oberstufen-Bigband im Gepäck. Stücke, die beim Publikum auch wegen der mit Feingefühl vorgetragenen Gesangseinlagen bestens ankommen.

Wobei das Singen ja eigentlich in die Zuständigkeit der beiden Chöre fällt. Einer ist der Oberstufenchor, dessen rund 30 Sänger nicht nur für „Good Vibrations“ sorgen, sondern auch in die West Side Story und die Welt des Punkrock entführen. Der andere ist der Lehrerchor, der einige Klassiker aus seinem Repertoire locker aus der Hüfte schüttelt, unter anderem Elton Johns „Hakuna Matata“ und Herbert Grönemeyers „Mambo“. Den Abschluss in der Remchinger Kulturhalle macht am Donnerstagabend die Lehrerband um Johannes Weiß, Stefan Matejcek, Gunter Noee und Adrian Kirchenbauer, die das Publikum von Anfang an bestens im Griff haben: Nachdem bei „Proud Mary“ noch im Takt der Musik geklatscht und bei „Father and Son“ so manches Handy in die Luft gestreckt wurde, steht bei der Zugabe der ganze Saal und singt mit. Ermöglicht wurde das Spektakel auch durch den Lions Club Remchingen-Pfinztal, der einen Teil der Hallenmiete übernommen hat. – Nico Roller

Schüler spenden für Flüchtlinge

Tatkräftig helfen die Schüler dabei, die Sachspenden in den Kofferraum des Autos zu verladen. Sie sind für Flüchtlingskinder aus der Ukraine bestimmt, die mittlerweile in der Region leben. Dass es die Spenden gibt, ist dem Engagement der Klasse 5d des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums zu verdanken. Zusammen mit ihren Eltern haben die Schüler Kuchen gebacken und ihn dann in den beiden großen Pausen und am Lehrerzimmer verkauft. 400 Euro haben sie dabei eingenommen – und davon unter anderem Malkästen mit Wasserfarben, Blöcke, Mäppchen, Malbücher, Blei- und Buntstifte gekauft, die sie nun an den Verein „miteinanderleben“ spenden. Dieser sorgt dafür, dass die Spenden genau dort ankommen, wo sie auch benötigt werden. Vorsitzender Bruno Klopfer war früher selbst Lehrer am Königsbacher Gymnasium und ist begeistert, dass die Kinder den Flüchtlingen genau das spenden, was sie selbst auch gerne haben. „Ich finde es ganz toll, dass Ihr von selbst auf die Idee gekommen seid, an Menschen zu denken, denen es schlechter geht“, sagt Klopfer: „Das fasziniert mich wirklich.“ Gerade vor dem Hintergrund, dass es die Schüler durch die Corona-Krise und die mit ihr verbundenen Beschränkungen in den vergangenen beiden Jahren selbst nicht leicht gehabt hätten. Klopfer verspricht, dass die Spenden genau da ankommen, wo sie auch benötigt werden. Er berichtet, dass die Flüchtlinge aus der Ukraine bei ihrer Ankunft teilweise nicht mehr bei sich hätten als die Kleider, die sie am Körper tragen. Klopfer macht den Kindern Mut. Er sagt, manches könne man nicht ändern. „Aber wir können unsere Einstellung dazu ändern und aktiv werden.“ – Text und Fotos: Nico Roller

Nach Corona beginnt das Aufholen

Rückenwind
Unterstützen die Schüler: Maximilian Heidt, Anja Bauer, Christina Schmitt, Direktor Hartmut Westje-Bachmann, Projekt-Koordinatorin Melanie Zürn, Lukas Weinbrecht und Daria Kramlich (von links).

Zwischen zwei Bäumen ist auf dem Schulhof des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums ein Netz aus elastischen roten und blauen Schnüren gespannt. Vorsichtig heben sich die Schüler gegenseitig hoch und versuchen, sich durch die Maschen zu tragen. Ein Unterfangen, das nur gelingt, wenn alle zusammenarbeiten. Das Ganze findet nicht im Unterricht statt und ist auch keine Arbeitsgemeinschaft, sondern Teil des Projekts „Lernen mit Rückenwind“, bei dem das Land den Schulen Fördermittel zur Verfügung stellt, damit die Schüler nachholen können, was in der langen Corona-Zeit auf der Strecke geblieben ist. Am Königsbacher Gymnasium ist man froh, dass es das Förderprogramm gibt. „Die Corona-Zeit war außergewöhnlich für die Schüler“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann: „Da ist es super, dass es nun die Möglichkeit gibt, den Schülern über das Normale hinaus ein Angebot zu machen.“ Er schätzt, dass bis zum Ende des Schuljahrs rund ein Drittel aller Schüler an dem „Rückenwind“-Programm teilgenommen haben wird.

Dabei geht es zum einen darum, fachliche Defizite auszugleichen, vor allem in den Hauptfächern. Die fachliche Förderung richtet sich gezielt an Schüler, bei denen die Lehrer einen Nachholbedarf sehen. Sie kontaktieren die Eltern, die dann zusammen mit ihren Kindern frei entscheiden können, ob sie die Förderung in Anspruch nehmen wollen. „Das Ganze ist als Angebot zu verstehen“, sagt Melanie Zürn, die das Projekt zusammen mit ihrem Kollegen Marc Hoyer koordiniert: „Keiner wird zur Teilnahme gezwungen oder verpflichtet.“ Neben der fachlichen Förderung gibt es auch eine im sozialen und emotionalen Bereich, die in Königsbach aktuell im Klassenverband läuft. Die Lehrer sprechen mit ihren Schülern und fragen, ob Interesse an einer Teilnahme besteht. „Das wird sehr gerne genutzt“, sagt Zürn. In der Corona-Zeit seien für Kinder und Jugendliche viele Aktivitäten zu kurz gekommen, die sonst normal sind: Treffen mit Freunden, Besuch von Jugendclubs, Sport im Verein. Nun gehe es darum, das „Wir-Gefühl“ wieder zu stärken. Gleichzeitig sollen die Schüler auch die Möglichkeit haben, ihre eigene Gefühlswelt zu reflektieren.

Umgesetzt wird das Programm in Königsbach im fachlichen Bereich zum einen von vier Lehrern, die außerhalb ihrer Arbeitszeit noch Kurse anbieten. Und zum anderen von vier externen Kräften, die die Schule über eine Internetplattform gefunden hat. Vom Landesbildungsministerium wurden sie vorher auf ihre Eignung überprüft. Die soziale und emotionale Förderung läuft in Königsbach über den Kooperationspartner Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Anja Bauer ist Naturparkführerin und macht zusammen mit ihrer Kollegin Christina Schmitt mit den Schülern vor allem Teamspiele, in denen jeder seine Talente einbringen kann. „Die Kinder sollen sehen: Meine Talente hat sonst kein anderer“, sagt Bauer und erklärt, es gehe darum, den Teamgeist und das Selbstbewusstsein zu stärken. Die Kinder seien sehr motiviert. Maximilian Heidt bietet für Achtklässler eine fachliche Förderung in Deutsch an. Von den Lehrern hat er vorher erfahren, wo Nachholbedarf besteht. Heidt hat sich für das Projekt gemeldet, weil er den Kindern helfen will. Eine Rolle spielt auch, dass er Deutsch und Chemie auf Lehramt studiert. Ein Studium, das „relativ theorielastig“ sei. „Da ist es gut, für später praktische Erfahrungen zu sammeln.“ Mit der Arbeit aller Förderkräfte ist man laut Zürn hochzufrieden. „Das ist wirklich eine interessierte, engagierte und zuverlässige Unterstützung für uns“, sagt die Koordinatorin: „Auch die Rückmeldungen von den Schülern sind nur positiv.“ Sie hofft, dass die Förderkräfte auch nächstes Schuljahr dabeibleiben. – Nico Roller