Von Grönland nach Heidelberg: Spannender Vortrag über die ersten Schritte der Wirbeltiere an Land

Am 5. März 2026 sind wir als Schülermentoren für Molekularbiologie zur alljährlichen Spark@COS-Lecture nach Heidelberg gefahren. Dort hielt der Paläontologe Per Erik Ahlberg einen Vortrag über vierbeinige Fische (Tetrapoden), mit denen er sich im Rahmen seiner Forschung beschäftigt. In seinem Vortrag berichtete er vor allem von Expeditionen in die Berge Grönlands, bei denen er gemeinsam mit seinem Team nach Fossilien dieser frühen Wirbeltiere gesucht hat.
Die Expeditionen waren sehr aufwendig und mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Die Arbeit in dieser abgelegenen und rauen Umgebung stellt eine große Herausforderung dar und erfordert eine aufwendige Planung und Vorbereitung. Trotz dieser Bedingungen gelang es dem Team jedoch, einige Fossilien zu finden. Diese liefern wichtige Hinweise darauf, wie der Übergang der frühen Wirbeltiere vom Wasser zum Land stattgefunden haben könnte und wie diese Tiere damals gelebt haben.
Besonders interessant waren die Funde von fossilen Exkrementen. Solche Überreste können wichtige Informationen über die Ernährung der Tiere liefern. Anhand dieser Überreste lässt sich vermuten, dass die damaligen Tetrapoden unter anderem Arthropoden sowie andere Tetrapoden gefressen haben. Auffällig ist jedoch, dass sich keine Hinweise darauf finden ließen, dass sie Fische gefressen haben. Dies könnte daran liegen, dass es in den damaligen Seen offenbar keine Fische gab. Diese Beobachtung lässt wiederum vermuten, dass sich die vierbeinigen Fische nicht ausschließlich über das Wasser verbreitet haben, sondern sich zumindest teilweise auch über Land ausgebreitet haben könnten.
Die Erkenntnisse der Expedition führten außerdem zu der Vermutung, dass Tetrapoden möglicherweise früher an Land gegangen sind als bisher angenommen. Es könnte sogar sein, dass sie zeitweise bereits an Land lebten, noch bevor sich dort größere Landpflanzen weit verbreitet hatten.
Der Vortrag war in einem lockeren Plauderton gehalten, wodurch die Inhalte sehr anschaulich und gut verständlich vermittelt wurden. Nach dem Vortrag gab es eine kleine Stärkung mit Brezeln und Brownies. Selbst ein kurzer Besuch der Toiletten konnte lehrreich sein, da dort Informationen über den Ginkgo ausgestellt sind.
Anschließend folgte die obligatorische Diskussionsrunde in Kleingruppen. Dabei tauschten wir uns über den Vortrag aus und stellten uns gegenseitig verschiedene Fragen. Ein Beispiel war die Frage, wie Forschende überhaupt erkennen können, ob ein Fund tatsächlich ein Fossil ist oder nur ein gewöhnlicher Stein ohne besonderen wissenschaftlichen Wert.
Nach dieser Diskussionsrunde traten wir schließlich die Rückfahrt nach Königsbach an. Dieses Mal verlief die Heimreise ohne eine weitere Verspätung der Deutschen Bahn.
Elisabeth Mayer