Digitalisierung schreitet voran

Foto: N. Roller

Staunend laufen sie durch die großen Hallen, schauen sich die Abläufe an und steigen Treppenstufen hinauf, um die Anlagen aus der Nähe zu betrachten: Rund ein Dutzend Schülerinnen des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums haben am Donnerstag die ortsansässige Firma IMO Oberflächentechnik besucht und dabei eine Menge gelernt. Das Ganze war Teil des „Girls‘ Digital Camp“: ein von der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) und dem CyberForum auf die Beine gestelltes und vom Landeswirtschaftsministerium gefördertes Projekt, das Mädchen Einblicke in digitale Anwendungen und Berufsfelder ermöglichen soll. Dazu gehören auch Firmenbesuche wie der bei IMO, wo Ausbildungsleiter Hubert Maisenbacher und Philipp Kiseljak als Fachausbilder Galvanotechnik den neun Schülerinnen der Klassenstufen sechs bis acht und den zwei älteren Mentorinnen aus der neunten Klasse die Abläufe zeigten.

Bei IMO beginnt die Digitalisierung schon beim Wareneingang: Auf einer Laufkarte sind über einen QR-Code alle wichtigen Daten hinterlegt und können an jeder Anlage aufgerufen werden. Maisenbacher erklärt, so sei der Produktionsprozess lückenlos nachvollziehbar. Mit den Schülerinnen macht er auch Station an einem Einzelteil-Automaten und zeigt ihnen den Bearbeitungs-Computer, auf dem die Anlage visuell dargestellt ist. So können alle wesentlichen Daten über den gerade laufenden Prozess abgerufen werden. Maisenbacher führt die Mädchen zu einer automatischen Analysestation, die Flüssigkeit ansaugt und über einen Sensor erkennt, was sich in welcher Konzentration in der Lösung befindet. Fehlt etwas, wird es automatisch ergänzt. Maisenbacher sagt, die Digitalisierung nehme auch bei IMO immer mehr zu. Viele Kunden, gerade aus der Automobil-Branche, würden verständlicherweise eine gewisse Automatisierung erwarten, weil so die Nachverfolgbarkeit der Aufträge und die Gleichmäßigkeit der Bearbeitung besser gewährleistet seien.

„Die Arbeitswelt von Morgen erfordert ein immer größeres Verständnis von digitalen Prozessen und Abläufen“, erklärt der Ausbildungsleiter, der auch Mädchen dazu aufruft, sich für technische Ausbildungsgänge zu bewerben. Bei IMO habe man die Erfahrung gemacht, dass Mädchen die Ausbildungen gut bewältigen können. Sogar Landessiegerinnen hat die Firma schon hervorgebracht. IMO unterstützt das Girls‘ Digital Camp am Königsbacher Gymnasium als Hauptsponsor. Ende 2021 übernahm das Unternehmen die Anschaffungskosten von rund 3.800 Euro für die Fischertechnik-Baukästen. Mit ihnen bauen die Schülerinnen Modelle, die sie anschließend programmieren. Das Königsbacher Gymnasium ist eine von sieben Schulen in der Region, die am Girls‘ Digital Camp teilnehmen. – Nico Roller

Eine ganze Schule macht Musik

Bunte musikalische Mischung: Die Mittel- und Oberstufen-Bigband spannt unter der Leitung von Johannes Weiß einen weiten Bogen von Sting bis Michael Bublé. (rol)

Die Kulturhalle vollbesetzt, die Stimmung bestens, das musikalische Niveau gewohnt hoch: Von ein paar Masken im Publikum einmal abgesehen, ist fast alles genauso wie vor der Corona-Krise. Nach zwei Jahren Pause hat das Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium am Donnerstagabend (2. Juni) zum ersten Mal wieder sein Special Concert auf die Beine gestellt. Eine Veranstaltung, bei der sowohl Schüler als auch Lehrer ihr musikalisches Können zeigen. Drei Stunden lang stehen in der Remchinger Kulturhalle in drei Bands und zwei Chören insgesamt knapp 100 Mitwirkende auf der Bühne. „Musik lebt vom Auftreten, sie verbindet und schweißt zusammen“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann. Auch, wenn die Probenarbeit unter Corona-Bedingungen „sehr mühsam“ gewesen ist, auch wenn die sonst üblichen Probentage ausfallen mussten: Johannes Weiß steht die Freude ins Gesicht geschrieben, als er am Donnerstagabend auf der Kulturhallen-Bühne die jungen Musiker dirigiert, ihnen ihre Einsätze zeigt und zu verstehen gibt, wann sie lauter und leiser spielen sollen.

Zusammen mit seinen Kolleginnen Patrizia Steinhoff und Lena Kunzmann hat der Lehrer die musikalische Leitung inne. Leider, sagt Weiß, habe die Pandemie dazu beigetragen, dass immer weniger junge Menschen ein Instrument erlernen. Der Musiklehrer will das ändern und betont: Zusammen mit anderen selbst Musik zu machen, bereichere das eigene Leben, schaffe neue Freunde und stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dass er mit dieser Aussage Recht hat, zeigt beim Special Concert unter anderem die Unter- und Mittelstufen-Bigband. Momentan gehören ihr mehr als 20 Kinder und Jugendliche an, die dem Publikum auf Flöten, auf Saxofonen, Klarinetten, Trompeten und Posaunen, an der Gitarre, am Bass, am Klavier und am Schlagzeug nicht nur Rockklassiker und Swingendes kredenzen, sondern auch Filmmusik aus James Bond und Harry Potter. Stücke von Ray Charles, von Sting und Michael Bublé haben dagegen ihre älteren Kollegen von der Mittel- und Oberstufen-Bigband im Gepäck. Stücke, die beim Publikum auch wegen der mit Feingefühl vorgetragenen Gesangseinlagen bestens ankommen.

Wobei das Singen ja eigentlich in die Zuständigkeit der beiden Chöre fällt. Einer ist der Oberstufenchor, dessen rund 30 Sänger nicht nur für „Good Vibrations“ sorgen, sondern auch in die West Side Story und die Welt des Punkrock entführen. Der andere ist der Lehrerchor, der einige Klassiker aus seinem Repertoire locker aus der Hüfte schüttelt, unter anderem Elton Johns „Hakuna Matata“ und Herbert Grönemeyers „Mambo“. Den Abschluss in der Remchinger Kulturhalle macht am Donnerstagabend die Lehrerband um Johannes Weiß, Stefan Matejcek, Gunter Noee und Adrian Kirchenbauer, die das Publikum von Anfang an bestens im Griff haben: Nachdem bei „Proud Mary“ noch im Takt der Musik geklatscht und bei „Father and Son“ so manches Handy in die Luft gestreckt wurde, steht bei der Zugabe der ganze Saal und singt mit. Ermöglicht wurde das Spektakel auch durch den Lions Club Remchingen-Pfinztal, der einen Teil der Hallenmiete übernommen hat. – Nico Roller

Alkoholprävention für die 9. Klassen

Im Rahmen des schulinternen Suchtpräventionsprogramms besuchte Frank Milbich am 31. Januar und 1. Februar auch in diesem Jahr wieder die 9. Klassen des Lise-Meitner- Gymnasiums.
Herr Milbich, seit 17 Jahren trockener Alkoholiker, berichtete mit großer Offenheit über seine Laufbahn hinein in die Sucht bis hin zur Abhängigkeit. Er schilderte, wie er bereits mit 15 Jahren, als junger vielversprechender Handballspieler, nach dem Training beim „Stiefeltrinken“ immer mehr Alkohol getrunken hat, bis er abhängig war. Über 28 Jahre hinweg haben der Alkohol und der Rausch sein Leben bestimmt. Herr Milbich gewährte bei seinem Besuch tiefe Einblicke in die dunkelsten Kapitel seines Lebens. Jede Beziehung, jeden Job, jeden Freund verlor er durch den Alkohol. In seiner schlimmsten Phase hat er bis zu drei Flaschen Schnaps am Tag konsumiert. Schonungslos schilderte er seinen Tagesablauf mit seinem einzigen Verbündeten, dem Alkohol, der ihn beinahe zugrunde gerichtet hätte.
Schließlich brachte ihn eine ernüchternde Diagnose seines Hausarztes zum Umdenken, so dass er in Eigenregie über ein halbes Jahr hinweg unter schlimmsten Schmerzen, mit Lähmungserscheinungen und Halluzinationen einen kalten Entzug durchmachte und sich so aus der Sucht herauskämpfte. Während dieser Zeit verließ er nur das Haus, um nach Karlsruhe zu den Anonymen Alkoholikern zu gehen.
Herr Milbich hat den Weg heraus aus dem Alkohol geschafft und macht es sich heute zur Aufgabe, seine Geschichte zu erzählen, um vor allem Jugendliche vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren. Dazu hält er Vorträge in Schulen oder Vereinen in ganz Baden-Württemberg.
In einer offenen Fragerunde beeindruckte Herr Milbich mit seiner Aufrichtigkeit und seinen ehrlichen Antworten und hinterließ so bei den Jugendlichen einen nachhaltigen Eindruck. Seine ehrlichen Schilderungen lösten große Betroffenheit aus und regten zum Nachdenken an.

Eva Astor & Verena Schiegl

Raffiniertes Spiel mit Gut und Böse

Wie ist das eigentlich: Funktioniert das Leben besser in einer Gesellschaft, in der alle gut sein wollen? Zählen am Ende die Gedanken oder die Taten, um zu bewerten, ob jemand gut oder böse ist? Fragen, die sich nicht leicht beantworten lassen. Das haben auch die Mitglieder der Unterstufen-Theater-Arbeitsgemeinschaft am Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium gemerkt. In ihrem neuesten Stück drehte sich alles um das Verhältnis von Himmel und Hölle und darum, dass Gut und Böse sind nicht immer klar auseinanderzuhalten sind, dass es Situationen geben kann, in denen sie wie Licht und Schatten ineinander übergehen. Da sind die Ganoven, die eine Bank nur deshalb ausrauben, weil sie hohe Schulden haben und nicht wissen, wie sie sie bezahlen sollen. Da sind die Schüler, die andere nur deshalb ärgern, weil sie sich selbst schwach und klein fühlen. Und da sind der Engel und der Teufel, die sich ständig darüber streiten, wer eigentlich mehr Einfluss hat.

Sechs verschiedene Szenen haben die zehn Mitglieder der Theater-AG einstudiert, die alle die fünfte und die sechste Klasse besuchen. Geprobt haben sie unter der Leitung von Theaterregisseurin Dagmar Brade seit Oktober jede Woche anderthalb Stunden lang, allerdings wegen der Corona-Krise unter deutlich erschwerten Bedingungen: Masken mussten getragen und Abstände eingehalten werden. Wenn es in einer Klasse zu einer Infektion kam und sie deswegen isoliert werden musste, konnten nicht immer alle Schüler anwesend sein. Um dem Rechnung zu tragen, hat Brade auf eine durchgängige Handlung verzichtet. Stattdessen studierte sie mit den Schülern eine Collage ein, bestehend aus sechs inhaltlich miteinander verbundenen Szenen, die allerdings nicht zwangsläufig immer von denselben Schauspielern übernommen werden mussten. Fiel einer aus, konnte kurzfristig ein anderer einspringen.

Auch die Dauer des Stücks hatte man verkürzt: Anstatt 45 dauerte es dieses Mal nur 20 Minuten. Präsentiert wurde es nicht öffentlich, sondern nur intern für die Klassenkameraden der Mitwirkenden. „Wir sind sehr froh, dass es überhaupt möglich war, unter diesen Umständen etwas aufzuführen“, sagt Brade und berichtet, die Schüler seien in den Proben „mit Freude und Spaß“ dabei gewesen. Aber sie hätten auch viele Fragen gehabt: Was passiert, wenn jemand positiv getestet wird? Werden überhaupt alle Freunde zuschauen können? „Das war natürlich belastend, aber die Kinder haben trotzdem ihre Freude nicht verloren.“ Brade hat den Eindruck, dass Angebote wie die Theater-AG für Kinder und Jugendliche momentan wichtiger denn je sind. Trotz der Einschränkungen hat ihr die Arbeit mit den Schülern großen Spaß gemacht: „Man sieht, wie sie sich entwickeln und Freude daran haben, sich in andere Rollen zu stürzen, sich selbst und ihre Stärken zu entdecken.“ Die Theaterregisseurin freut sich zudem über die Unterstützung durch das Jugendbegleiter-Programm und über die Technik-AG, die wieder für Licht und Ton gesorgt hat. – Nico Roller

Technik im Miniaturformat

Kreativität ist gefragt: Kay Müller, Lars Schäfer, Anja Bischoff, Miriam Klein und Hartmut Westje-Bachmann (von links) präsentieren die Baukästen und was man daraus machen kann. (rol)

Unzählige Bauteile in allen Farben und Formen liegen in den großen Plastikkästen: unter anderem Controller, pneumatische Elemente, Schläuche und Räder. Mit ihnen können die Schülerinnen komplexe Konstruktionen wie Fahrzeuge, Maschinen und Roboter nicht nur bauen, sondern auch programmieren. Seit den Herbstferien läuft am Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium ein Projekt, das sich „Girls‘ Digital Camp“ nennt – und nicht nur dort: Einer Pressemitteilung zufolge gibt es das Angebot an insgesamt sieben Schulen in der Region Nordschwarzwald.

weiterlesen Technik im Miniaturformat

Mit Vorlesen weiterkommen – in jeder Hinsicht

Der diesjährige bundesweite Vorlesewettbewerb, an dem über 7000 Schulen teilnahmen, stand unter dem Motto „Mit Vorlesen weiterkommen“. Exakt das wollten im wörtlichen Sinn auch die vier Klassensiegerinnen der sechsten Klassen, die am 8. Dezember 2021 in der Aula angetreten waren, um den Titel der Schulsiegerin unter sich auszumachen. Aber spätestens nach den einleitenden Worten Angelika Simmels, die den Vorlesewettbewerb am Lise-Meitner-Gymnasium seit mehr als 20 Jahren organisiert, war klar: Lesen bringt uns alle weiter. Neben der Siegerin gewinnen auch alle, die zuhören dürfen, die in fremde Welten entführt werden oder selbst lesen und mit den Heldinnen und Helden der Romane Neues entdecken.

So waren die vier Finalistinnen auch keineswegs die einzigen, die sich im Lesen geübt hatten. In den Wochen zuvor kürten die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler im Deutschunterricht die besten Lesenden jeder Klasse – in diesem Jahr ausnahmslos Mädchen. Luisa Bohm (6a), Olivia Reiling (6b), Marlene Melzer (6c) sowie Jannika Loth (6d) konnten sich in ihrer jeweiligen Klasse durchsetzen.
Die Anspannung war förmlich mit Händen greifbar, als sich alle vier zunächst durch den Vortrag eines selbst ausgewählten Textes beweisen mussten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten viele schöne Interpretationen der Textstellen und wurden mitgerissen in die Fantasiewelt der jeweiligen Romane. Nach einer Pause folgte die zweite, noch schwierigere Aufgabe: Nun musste eine unbekannte Textstelle des Romans „Undercover Robot“ (D. Edmonds, B. Fraser) in guter Lesetechnik und möglichst mit stimmlicher Interpretation des Gelesenen zu Gehör gebracht werden. Auch hier erlaubte sich keine der vier Finalistinnen größere Fehler, sodass es für die Jury unter Vorsitz des Schulleiters, Herrn Westje-Bachmann, in diesem Jahr besonders schwer war, die Siegerin auszumachen. Die Wahl fiel aufgrund ihres variantenreichen, sicheren Lesens auf Marlene Melzer. Sie konnte ihr Können auch vor der voll besetzten Aula souverän zeigen – und so wünscht die gesamte Schulgemeinschaft ihr gutes Gelingen, wenn sie das Lise-Meitner-Gymnasium bald auf Ebene der Schulsieger vertritt.
Ein ausdrückliches Lob sprach Herr Westje-Bachmann im Namen der Jury aber allen Finalistinnen aus. Auch in diesem Jahr kannte der Vorlesewettbewerb keine Verlierer, sondern eigentlich nur Sieger, weil alle profitieren. Dazu sind auch die Zuhörer zu zählen, die neben gelungenen Textinterpretationen ein schönes Vorspiel der Streicherklasse 6a unter Leitung ihrer Lehrerinnen Lena Kunzmann sowie Gabriela Bradley erlebten. So zeigte dieser Adventsvormittag auf vielfältige Weise, welches Können und welche Begabungen in den sechsten Klassen stecken.

Museumsbesuch in Worms

Am 10.11.2021 besuchten wir, die 6d, zusammen mit der 6b das Nibelungenmuseum. Um 8 Uhr trafen wir uns an der Bushaltestelle in Königsbach-Stein, um gemeinsam in einem großen Doppeldeckerbus nach Worms zu fahren. Als wir nach 1 Stunde und 30 Minuten Fahrt endlich ankamen, teilten wir die beiden Klassen jeweils in zwei Gruppen. Die erste ging in einen Raum und bearbeitete u.a. ein Kreuzworträtsel auf Arbeitsblättern und näherte sich somit dem Nibelungenlied von verschiedenen Seiten an. Nach Besprechen der Arbeitsblätter berichtete uns eine Dame spannende Fakten über das Nibelungenlied. Anschließend tauschten die beiden Klassen das Programm und für uns stand das Erkunden des Museums auf dem Plan. Der Tour durch den Hörturm, in dem das Nibelungenlied mittels verschiedener Hörspiel- und Videostationen erzählt wurde, folgten Bild- und Toninformationen zur Geschichte der Stadt Worms auf dem Wehrgang, bevor abschließend im Sehturm vielfältige Sagenbezüge im Zusammenhang mit dem mittelalterlichen Epos erläutert wurden. Ein Panoramablick über Worms bildete den Abschluss.
Der Bus traf nur wenige Minuten nach unserer Besichtigung ein und auch die Rückfahrt gestaltete sich für beide Klassen sehr kurzweilig. Es war ein sehr schöner Ausflug.

Vielen Dank an Herrn Kustos, Frau Simmel und Frau Steinhoff, die diesen Ausflug ermöglicht haben.

Alessa Golling, Thorsten Kustos

Zuckersüß – wie Enzyme bei der Zuckergewinnung helfen

Foto: Ulrike Heidt

Die Kursstufe 2 des 5-stündigen Biologie-Leistungskurses von Frau Heidt besuchte am Montag, den 11. Oktober das Schülerlabor des KIT Campus Nord, um ihr bereits erworbenes Wissen zum Thema Enzymatik durch die praktische Arbeit wissenschaftsnah zu erweitern und zu vertiefen.
Enzyme gehören zur Stoffklasse der Proteine und sind für fast alle Stoffwechselvorgänge in Lebewesen verantwortlich. Sie katalysieren dabei chemische Reaktionen und stehen am Ende der Reaktion wieder unverändert zur Verfügung.
Dabei sparen sie Energie und Material ein und werden deshalb häufig in der Industrie, zum Beispiel bei der Käseherstellung, der Lederverarbeitung oder in Waschmitteln verwendet. Ein besonders eindrückliches Beispiel für die Verwendung von Enzymen ist die Zuckergewinnung. Längst kann der Zuckerbedarf in Deutschland (34 kg/Jahr/Kopf), nicht mehr über den natürlichen Zucker aus Rüben oder Zuckerrohr gedeckt werden. Daher wird er heute in einem biotechnologischen Verfahren aus Maisstärke gewonnen, indem diese enzymatisch in Einfachzucker zersetzt wird. Diesen Prozess konnten die Schüler*innen im Labor unmittelbar verfolgen.
Nach einer kurzen Einführung wurde in einem theoretischen ersten Teil das vorhandene Wissen des Leistungskurses zum Thema Proteine und Enzyme aufgefrischt. Im zweiten Teil durfte praktisch gearbeitet werden.
Damit das Enzym für den industriellen Gebrauch nach der Reaktion isoliert und erneut eingesetzt werden kann, muss es immobilisiert und an einen Trägerstoff gebunden werden. Dazu schlossen die Schüler*innen das Dextransucrase in eine Matrix aus Alginat ein. Anschließend untersuchten sie die spezifische chemische Reaktion des Enzyms in Lösungen verschiedener pH-Werte und bestimmten die Menge an gebildetem Produkt mittels Photometrie. Die dabei gewonnenen Daten ergaben das pH-Optimum des Enzyms.

Ein Zitat von Konfuzius lautet
„Was du mir sagst, das vergesse ich.
Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich.
Was du mich tun lässt, das verstehe ich.“

Demgemäß hat der Besuch geholfen, ein abstraktes Thema zu verstehen, zu festigen und das Interesse an biologischen Arbeitsfeldern zu wecken.
Verena Schiegl

Sicherer Schulweg – Prävention für die neuen Fünftklässler

Fotos: Lea Pfrommer, Ulrike Heidt

Viele Fünftklässler des Lise-Meitner-Gymnasiums haben seit diesem Schuljahr einen neuen, deutlich längeren und schwierigeren Schulweg als bisher. Sie müssen erstmalig mit dem Bus oder der Bahn zur Schule fahren. Dabei fehlt ihnen oft das Bewusstsein über die ernsten Gefahren im Straßen- und Bahnverkehr. Deshalb haben die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 sowohl an einer Bahnprävention, als auch an einem Schulbustraining teilgenommen.

Die Bahnprävention hat in diesem Schuljahr die Schulsozialarbeiterin Lea Pfrommer Anfang Oktober organisiert. Anhand des kurzen Zeichentrickfilms: „Olis Chance“ und einer Informationsbroschüre der Deutschen Bahn lernten die Fünftklässler die Gefahren im Bahnverkehr zunächst altersgerecht kennen, um daran angemessene Verhaltensregeln für den Alltag zu erarbeiten.

In einem zweiten Teil trafen sich die Kinder gemeinsam mit einer Lehrerin oder einem Lehrer am Bahnsteig des Bahnhofs, wo sie auch die Bedeutung der weißen Sicherheitslinie kennen lernten. Frau Pfrommer erklärte, dass sich die Züge je nach Windrichtung und Witterung nahezu lautlos und mit hohen Geschwindigkeiten nähern können. Durch diese hohen Geschwindigkeiten und der Masse der Züge entstehen Bremswege von bis zu tausend Metern. Auch die Sogwirkung vorbeifahrender Züge, sowie der Strom in den Oberleitungen stellen ein großes Gefahrenpotential dar. Die SuS lernten zusätzlich auch die Bedeutung der Warnschilder kennen, die auf Gefahren an Bahnanlagen hinweisen.

Darüber hinaus nahmen die Fünftklässler am 25. und 26. Oktober 2021 an einem Präventionsprogramm: „Bus fahren – aber richtig!“ teil, das Frau Bauer und Herr Merkle von der Polizei aus Pforzheim leiteten.
Während einer Theoriestunde wurden die Kinder für grundlegende Gefahren beim Busfahren sensibilisiert. Rangeleien an der Bushaltestelle, schubsen oder drängeln beim Einsteigen oder mit Kopfhörern im Ohr über die Straße zu laufen, bergen großes Gefahrenpotential. Auch der „tote Winkel“ um Fahrzeuge herum und das Ausscheren des Busses bei der Einfahrt in die Bushaltestelle wurden thematisiert. Gleichzeitig erfuhren die Schüler*innen verschiedene Sicherheitsmaßnahmen und Regeln, wie sie sich sowohl an der Bushaltestelle, als auch im Bus selbst richtig verhalten sollen.
Dann folgte der praktische Teil. Dazu war ein Bus bereitgestellt. An dem konnten die Fünftklässler das zuvor Gelernte rund um das Busfahren anwenden und üben. Ähnlich wie am Bahnsteig ist die weiße Sicherheitslinie an der Haltestelle von großer Bedeutung. Die Kinder mussten sich im Bus einen festen Halt verschaffen und waren dennoch überrascht, wie gefährlich eine Schultasche bei einem unvorhergesehenen Bremsmanöver werden kann. Also die Schultasche während der Fahrt sicher verstauen, um Verletzungen zu verhindern.

Die Schüler*innen sind nun auf die Gefahren die mit dem Bus- oder Bahnfahren verbunden sind, sensibilisiert. Sie wissen, wie sie sich verantwortungsbewusst verhalten müssen, um ihren Schulweg in Zukunft sicher zurücklegen zu können.
Verena Schiegl

TheatermobileSpiele präsentiert „hesse.steppenwolf“

Schauspieler Julian W. Koenig in der nicht-öffentlichen Inszenierung von „hesse.steppenwolf“ am LMG

Etwa 280 Romanseiten haben der Schauspieler Julian W. Koenig, Regisseur Thorsten Kreilos und Theaterpädagogin Carmen Donet vom Theater „THEATERmobileSPIELE“ aus Karlsruhe auf etwa 20 Seiten komprimiert und aufgeführt. Dabei überzeugte Julian W. Koenig sein Publikum am Lise-Meitner-Gymnasium am Mittwoch, den 13.10.2021, in gleich acht verschiedenen Rollen.
„Der Steppenwolf“ – ein Roman, dessen Hauptfigur von einer tiefgehenden Identitätskrise und inneren Verzweiflung geprägt ist, wird die Schüler der Deutsch-Leistungsfächer (K2) auch im Abitur 2022 beschäftigen. Den Schülern bot sich bei dieser Theateraufführung zunächst ein weißes und schlichtes Bühnenbild. Doch wer auf eine einfache Nacherzählung des Romans wartete, wurde von einer detailreichen und nahegehenden Interpretation überrascht. Im Laufe des Stückes stellte sich das Bühnenbild als äußerst wandelbar heraus. So wurden aus einer gutbürgerlichen, übersichtlich geordneten Stube zunächst eine verlassene Straße, eine Kneipe und zuletzt ein magisches Theater, das dem Protagonisten Harry Haller mit Hilfe der vielen Spiegel einen Blick auf sich selbst ermöglichte. Keine Szene glich der anderen und so wurde der Zuschauer mittels des durchdachten Einsatzes von Bildschirmen und Projektionen auf der weißen Leinwand überrascht. Die präzise Synchronisation zwischen Technik und Schauspieler ermöglichte es dem Ein-Mann-Theater, die Nebenrollen auf der Leinwand lebendig werden zu lassen. So verschwammen die Grenzen zwischen realem und traumhaftem Geschehen mit Hilfe moderner Technik. Der zuvor in Mensch und Wolf zerrissene Protagonist Harry Haller fand sich so in jedem der Nebencharaktere wieder und eröffnete den Schülern eine stilistisch überzeugend umgesetzte Interpretation des Werkes. Die Botschaft, mit der Harry Haller im magischen Theater konfrontiert wird, ist: das Lachen. Lachen über sich selbst und über das Leben. Und lachen konnten auch die Zuschauer während dieser Vorstellung, die sich selbst nicht zu ernst nahm. Nach gebührendem Applaus von Schülern und Lehrkräften hatten die Zuschauer noch Zeit, Fragen an Koenig und Donet zu stellen, welche ausführlich beantwortet wurden.
Ganz im Gegensatz zu dem Leitspruch des magischen Theaters „Eintritt nicht für Jedermann. Nur für Verrückte“ ist diese Theateraufführung des Romans Jedermann zu empfehlen – aber nur Jedermann, der sich für eine gelungene Inszenierung begeistern kann und den Roman auch gelesen hat.
Wir danken dem Förderverein unserer Schule für die großzügige finanzielle Unterstützung!
(Nadine Menzel, K2)