Veränderungen im und ums Schulhaus

Wenn gleich die SMV die letzten zwei Jahre aufgrund der Pandemie eher im Hintergrund Dinge bewegt hat, so hat sie dieses Jahr auch einige Dinge erreicht, die im und ums Schulhaus sichtbar sind.

Zu Beginn des Jahres wurde der SMV-Raum neu gestrichen, ausgemistet und mit neuen Tischen, Stühlen und Schränken ausgestattet. Ein Dank geht an den Schulträger, die Schulleitung und an das Hausmeisterteam, die dieses Vornehmen unterstützt und ermöglicht haben.
Weitere Neugestaltungen für den SMV-Raum wie eine Bildergalerie etc. sind bereits in Planung, um die SMV noch persönlicher zu repräsentieren.

Des Weiteren engagierte sich die Umweltgruppe der SMV dieses Jahr für zwei Projekte zugunsten der Insekten auf dem Schulgelände. Im Mai wurde dafür eine bunte Bienenweide durch die Firma Hottinger und das Hausmeisterteam ausgesät, sodass auch Insekten in Zukunft auf das Schulgelände wieder zurückkehren und ein Zuhause finden können. Für die Insekten gibt es zukünftig auch ein großes Insektenhotel auf dem Schulgelände, um auch Wildbienenarten und andere seltenere Insekten anzulocken.
Die SMV kam dafür mit dem benötigten Betrag auf, um Umweltprojekte an der Schule tatkräftig zu fördern.

Für den Pausenhof möchte der Förderverein, auch durch die Spende der Volksbank, dieses Jahr der Schülerschaft eine große Adventure-Box mit Bällen, Springseilen etc. sponsern, sodass auch in den Pausen Spielgeräte zur Verfügung stehen und man sich austoben kann.
Die Container-Box und das Material sind bereits bestellt. Die genaue Umsetzung eines Pfand-Systems befindet sich in Planung. Daher freuen wir uns, dass uns in Zukunft diese Adventure-Box zur Verfügung stehen wird.

Neben der SMV engagierte sich auch die Kursstufe 1 im Frühjahr und setzte sich aktiv für die Umgestaltung des in die Jahre gekommenen Oberstufenraums ein.
Dabei wurden die Wände und Säulen neu gestrichen und die Deckenlampen repariert.
Zudem machte der Förderverein eine sehr großzügige Spende, die das Anschaffen neuer Tische und Stühle ermöglichte. Endlich konnten die alten Tische aus den 70ern Jahren ausgetauscht werden und moderne Möbel diese ablösen. Die neuen Möbel verleihen dem Zimmer eine angenehmere Atmosphäre in den Pausen zum Lernen und Ausruhen für uns als Oberstufe. Wir hoffen, dass sich auch zukünftige Oberstufenschüler:innen daran freuen können. Danke, dass dieser Wunsch durch den Förderverein und die Schulleitung möglich gemacht werden konnte!

Marlena Elsässer K1

Eine ganze Schule macht Musik

Bunte musikalische Mischung: Die Mittel- und Oberstufen-Bigband spannt unter der Leitung von Johannes Weiß einen weiten Bogen von Sting bis Michael Bublé. (rol)

Die Kulturhalle vollbesetzt, die Stimmung bestens, das musikalische Niveau gewohnt hoch: Von ein paar Masken im Publikum einmal abgesehen, ist fast alles genauso wie vor der Corona-Krise. Nach zwei Jahren Pause hat das Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium am Donnerstagabend (2. Juni) zum ersten Mal wieder sein Special Concert auf die Beine gestellt. Eine Veranstaltung, bei der sowohl Schüler als auch Lehrer ihr musikalisches Können zeigen. Drei Stunden lang stehen in der Remchinger Kulturhalle in drei Bands und zwei Chören insgesamt knapp 100 Mitwirkende auf der Bühne. „Musik lebt vom Auftreten, sie verbindet und schweißt zusammen“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann. Auch, wenn die Probenarbeit unter Corona-Bedingungen „sehr mühsam“ gewesen ist, auch wenn die sonst üblichen Probentage ausfallen mussten: Johannes Weiß steht die Freude ins Gesicht geschrieben, als er am Donnerstagabend auf der Kulturhallen-Bühne die jungen Musiker dirigiert, ihnen ihre Einsätze zeigt und zu verstehen gibt, wann sie lauter und leiser spielen sollen.

Zusammen mit seinen Kolleginnen Patrizia Steinhoff und Lena Kunzmann hat der Lehrer die musikalische Leitung inne. Leider, sagt Weiß, habe die Pandemie dazu beigetragen, dass immer weniger junge Menschen ein Instrument erlernen. Der Musiklehrer will das ändern und betont: Zusammen mit anderen selbst Musik zu machen, bereichere das eigene Leben, schaffe neue Freunde und stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dass er mit dieser Aussage Recht hat, zeigt beim Special Concert unter anderem die Unter- und Mittelstufen-Bigband. Momentan gehören ihr mehr als 20 Kinder und Jugendliche an, die dem Publikum auf Flöten, auf Saxofonen, Klarinetten, Trompeten und Posaunen, an der Gitarre, am Bass, am Klavier und am Schlagzeug nicht nur Rockklassiker und Swingendes kredenzen, sondern auch Filmmusik aus James Bond und Harry Potter. Stücke von Ray Charles, von Sting und Michael Bublé haben dagegen ihre älteren Kollegen von der Mittel- und Oberstufen-Bigband im Gepäck. Stücke, die beim Publikum auch wegen der mit Feingefühl vorgetragenen Gesangseinlagen bestens ankommen.

Wobei das Singen ja eigentlich in die Zuständigkeit der beiden Chöre fällt. Einer ist der Oberstufenchor, dessen rund 30 Sänger nicht nur für „Good Vibrations“ sorgen, sondern auch in die West Side Story und die Welt des Punkrock entführen. Der andere ist der Lehrerchor, der einige Klassiker aus seinem Repertoire locker aus der Hüfte schüttelt, unter anderem Elton Johns „Hakuna Matata“ und Herbert Grönemeyers „Mambo“. Den Abschluss in der Remchinger Kulturhalle macht am Donnerstagabend die Lehrerband um Johannes Weiß, Stefan Matejcek, Gunter Noee und Adrian Kirchenbauer, die das Publikum von Anfang an bestens im Griff haben: Nachdem bei „Proud Mary“ noch im Takt der Musik geklatscht und bei „Father and Son“ so manches Handy in die Luft gestreckt wurde, steht bei der Zugabe der ganze Saal und singt mit. Ermöglicht wurde das Spektakel auch durch den Lions Club Remchingen-Pfinztal, der einen Teil der Hallenmiete übernommen hat. – Nico Roller

Schüler spenden für Flüchtlinge

Tatkräftig helfen die Schüler dabei, die Sachspenden in den Kofferraum des Autos zu verladen. Sie sind für Flüchtlingskinder aus der Ukraine bestimmt, die mittlerweile in der Region leben. Dass es die Spenden gibt, ist dem Engagement der Klasse 5d des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums zu verdanken. Zusammen mit ihren Eltern haben die Schüler Kuchen gebacken und ihn dann in den beiden großen Pausen und am Lehrerzimmer verkauft. 400 Euro haben sie dabei eingenommen – und davon unter anderem Malkästen mit Wasserfarben, Blöcke, Mäppchen, Malbücher, Blei- und Buntstifte gekauft, die sie nun an den Verein „miteinanderleben“ spenden. Dieser sorgt dafür, dass die Spenden genau dort ankommen, wo sie auch benötigt werden. Vorsitzender Bruno Klopfer war früher selbst Lehrer am Königsbacher Gymnasium und ist begeistert, dass die Kinder den Flüchtlingen genau das spenden, was sie selbst auch gerne haben. „Ich finde es ganz toll, dass Ihr von selbst auf die Idee gekommen seid, an Menschen zu denken, denen es schlechter geht“, sagt Klopfer: „Das fasziniert mich wirklich.“ Gerade vor dem Hintergrund, dass es die Schüler durch die Corona-Krise und die mit ihr verbundenen Beschränkungen in den vergangenen beiden Jahren selbst nicht leicht gehabt hätten. Klopfer verspricht, dass die Spenden genau da ankommen, wo sie auch benötigt werden. Er berichtet, dass die Flüchtlinge aus der Ukraine bei ihrer Ankunft teilweise nicht mehr bei sich hätten als die Kleider, die sie am Körper tragen. Klopfer macht den Kindern Mut. Er sagt, manches könne man nicht ändern. „Aber wir können unsere Einstellung dazu ändern und aktiv werden.“ – Text und Fotos: Nico Roller

Nach Corona beginnt das Aufholen

Rückenwind
Unterstützen die Schüler: Maximilian Heidt, Anja Bauer, Christina Schmitt, Direktor Hartmut Westje-Bachmann, Projekt-Koordinatorin Melanie Zürn, Lukas Weinbrecht und Daria Kramlich (von links).

Zwischen zwei Bäumen ist auf dem Schulhof des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums ein Netz aus elastischen roten und blauen Schnüren gespannt. Vorsichtig heben sich die Schüler gegenseitig hoch und versuchen, sich durch die Maschen zu tragen. Ein Unterfangen, das nur gelingt, wenn alle zusammenarbeiten. Das Ganze findet nicht im Unterricht statt und ist auch keine Arbeitsgemeinschaft, sondern Teil des Projekts „Lernen mit Rückenwind“, bei dem das Land den Schulen Fördermittel zur Verfügung stellt, damit die Schüler nachholen können, was in der langen Corona-Zeit auf der Strecke geblieben ist. Am Königsbacher Gymnasium ist man froh, dass es das Förderprogramm gibt. „Die Corona-Zeit war außergewöhnlich für die Schüler“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann: „Da ist es super, dass es nun die Möglichkeit gibt, den Schülern über das Normale hinaus ein Angebot zu machen.“ Er schätzt, dass bis zum Ende des Schuljahrs rund ein Drittel aller Schüler an dem „Rückenwind“-Programm teilgenommen haben wird.

Dabei geht es zum einen darum, fachliche Defizite auszugleichen, vor allem in den Hauptfächern. Die fachliche Förderung richtet sich gezielt an Schüler, bei denen die Lehrer einen Nachholbedarf sehen. Sie kontaktieren die Eltern, die dann zusammen mit ihren Kindern frei entscheiden können, ob sie die Förderung in Anspruch nehmen wollen. „Das Ganze ist als Angebot zu verstehen“, sagt Melanie Zürn, die das Projekt zusammen mit ihrem Kollegen Marc Hoyer koordiniert: „Keiner wird zur Teilnahme gezwungen oder verpflichtet.“ Neben der fachlichen Förderung gibt es auch eine im sozialen und emotionalen Bereich, die in Königsbach aktuell im Klassenverband läuft. Die Lehrer sprechen mit ihren Schülern und fragen, ob Interesse an einer Teilnahme besteht. „Das wird sehr gerne genutzt“, sagt Zürn. In der Corona-Zeit seien für Kinder und Jugendliche viele Aktivitäten zu kurz gekommen, die sonst normal sind: Treffen mit Freunden, Besuch von Jugendclubs, Sport im Verein. Nun gehe es darum, das „Wir-Gefühl“ wieder zu stärken. Gleichzeitig sollen die Schüler auch die Möglichkeit haben, ihre eigene Gefühlswelt zu reflektieren.

Umgesetzt wird das Programm in Königsbach im fachlichen Bereich zum einen von vier Lehrern, die außerhalb ihrer Arbeitszeit noch Kurse anbieten. Und zum anderen von vier externen Kräften, die die Schule über eine Internetplattform gefunden hat. Vom Landesbildungsministerium wurden sie vorher auf ihre Eignung überprüft. Die soziale und emotionale Förderung läuft in Königsbach über den Kooperationspartner Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Anja Bauer ist Naturparkführerin und macht zusammen mit ihrer Kollegin Christina Schmitt mit den Schülern vor allem Teamspiele, in denen jeder seine Talente einbringen kann. „Die Kinder sollen sehen: Meine Talente hat sonst kein anderer“, sagt Bauer und erklärt, es gehe darum, den Teamgeist und das Selbstbewusstsein zu stärken. Die Kinder seien sehr motiviert. Maximilian Heidt bietet für Achtklässler eine fachliche Förderung in Deutsch an. Von den Lehrern hat er vorher erfahren, wo Nachholbedarf besteht. Heidt hat sich für das Projekt gemeldet, weil er den Kindern helfen will. Eine Rolle spielt auch, dass er Deutsch und Chemie auf Lehramt studiert. Ein Studium, das „relativ theorielastig“ sei. „Da ist es gut, für später praktische Erfahrungen zu sammeln.“ Mit der Arbeit aller Förderkräfte ist man laut Zürn hochzufrieden. „Das ist wirklich eine interessierte, engagierte und zuverlässige Unterstützung für uns“, sagt die Koordinatorin: „Auch die Rückmeldungen von den Schülern sind nur positiv.“ Sie hofft, dass die Förderkräfte auch nächstes Schuljahr dabeibleiben. – Nico Roller

Anmeldung für Schulmensa

Liebe Eltern,
ab Montag, 16. Mai 2022 erfolgt das Catering der Mensa durch die Firma Dietrich Werner Goll GmbH aus Niefern-Öschelbronn.
Bis zum 12. Mai 2022 erfolgt die Essensversorgung durch den bisherigen Caterer wie gewohnt .
Warme Mahlzeiten werden ebenfalls von Montag bis einschließlich Donnerstag angeboten. Allerdings ändert sich die Bezahlmethode und Essen müssen ab diesem Zeitpunkt vorbestellt werden. Dies alles kann online erfolgen und wird unter Organisatorisches/Mittagessen erklärt.

LMG zeigt Solidarität mit den Ukrainern und unterstützt Hilfsorganisationen

Klassenraum

Die Lage für Bewohner:innen der Ukraine verschlechtert sich immer weiter und an Schule können viele ukrainische Schüler:innen gerade gar nicht denken. Schulen wurden zu Flucht- und Unterkunftspunkten. Für ukrainische Kinder und Jugendliche ist es zurzeit schwer Bildung zu bekommen und Online-Unterricht für Geflüchtete ist teils nur begrenzt möglich.
Wir fühlen mit allen Urkainer:innen, aber vor allem mit den Schüler:innen, verbunden und wissen den Frieden in unserem Land und die Möglichkeit unbeschwert in die Schule gehen zu können gerade jetzt besonders zu schätzen.
In vielen Schulen in Deutschland gab es Aktionen, um auf den Ukraine-Krieg aufmerksam zu machen – und so auch in unserer Schule. Die SMV hat einige Projekte auf die Beine gestellt. Eines betraf das äußere Zeichen der Solidarität zu den Ukrainern. So hatte jede Klasse hatte die Möglichkeit ihr Klassenzimmer individuell zu gestalten.
Diese Aktion macht nicht nur aufmerksam auf den Krieg und ruft zum friedlichen Beisammensein auf, sondern bindet auch unsere Schulgemeinschaft und erinnert uns daran, dass wir nicht alleine sind. Denn auch für Schüler:innen in Deutschland kann der nahe Krieg eine Belastung sein. Im Rahmen der Klasse hat ein Gespräch mit dem oder der jeweiligen Klassenlehrer:in stattgefunden, in welchem jeder persönliche Unsicherheiten und Ängste mit Klassenkamerad:innen und der Lehrperson teilen und durch das Gespräch Informationen und Sicherheit sammeln konnte. Anonymer war dies auch an der extra für diesen Zweck eingerichteten „Gemeinschaftswand“ möglich, an der jeder Briefe und Nachrichten mit seinen Sorgen bezüglich des Krieges schreiben konnte.
Auch konzentrierte sich das LMG auf Positives und orientiert sich an Möglichkeiten zu helfen. In Zusammenarbeit mit dem DRK, also dem Deutschen Roten Kreuz, hat die SMV außerschulische Aktionsgruppen aus freiwilligen Schüler:innen zusammengestellt, in denen sich jeder freiwillig engagieren konnte. Im Laden der DRK in Pforzheim konnten die Aktionsgruppen des LMG bei der Versorgung der geflüchteten Menschen aus der Ukraine mit Kleidung helfen. Außerdem hat die SMV einen Spendenaufruf gestartet.
Neben all diesen Aktionen möchte und soll unsere Schule jedoch vor allem ein Platz des Wohlfühlens für alle Schüler:innen und natürlich auch Lehrer:innen sein, so steht bei uns auch der Frieden im Fokus.
Paulina Anderer

Ein Heim für Insekten

Schüler packen an: Timon und Nelson halten das Insektenhotel, das sie gemeinsam mit Loris, Vivien, Josy, Volodymyr, Pascal, David, Emily, Nils, Younique und Lea (von links) produzieren. (rol)

Rund, praktisch und gut für die Umwelt soll das sein, was zwölf Oberstufenschüler des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums in diesen Tagen in einer Eisinger Garage herstellen. Sie bearbeiten Baumstämme, bohren Löcher hinein und schmirgeln Oberflächen ab, damit am Ende ein Insektenhotel entsteht. Im Rahmen eines vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft organisierten Projekts leiten sie ihre eigene Juniorfirma, die sie „Place2Bee“ getauft haben. Dabei ist ihnen Nachhaltigkeit besonders wichtig. „Unsere Juniorfirma existiert nur ein Schuljahr, aber wir wollten etwas machen, das darüber hinaus einen Nutzen hat“, erklärt Loris Hinnenberg, der zusammen mit Timon Sutalo zum Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde. Sie setzen auf Materialien aus der Region und ein Design, das sich abhebt: Das Insektenhotel besteht aus einer Baumscheibe mit einer viereckigen Vertiefung in der Mitte, gefüllt mit vier verschiedenen Materialien, in denen sich Insekten wohlfühlen: Moos, Äste, Holzwolle und Schilf. Um die Herstellung kümmern sich die Schüler größtenteils selbst. Zwar bekommen sie die Baumscheiben bereits fertig gesägt und mit der Vertiefung versehen, aber zum Insektenhotel werden sie erst durch die Arbeit der Schüler, die in die Vertiefung die verschiedenen Materialien einfüllen und das Ganze mit einem Drahtgestell abdecken.

In den umliegenden Rest des Stamms bohren sie mehrere Löcher – und zwar leicht schräg, damit eventuell eindringendes Wasser sofort wieder abfließen kann. Anschließend schmirgeln sie das Ganze nochmal ab, damit sich die Insekten nicht verletzen können. Auch beim Draht achten sie darauf, dass er keine raue Oberfläche hat. „Es gibt unglaublich viele Dinge, auf die man achten muss“, sagt Timon: „Am Anfang war uns nicht klar, wie kompliziert das ist.“ Erst recht, wenn man lokal produzieren will. Denn mit Ausnahme des Drahts kommen alle Teile des Produkts aus der Region. Die Baumscheiben sind unbehandelt und stammen aus heimischen Wäldern, das Moos und die Äste sammeln die Jugendlichen selbst, das Schilf hat einer von ihnen sowieso im Garten stehen und bei der Holzwolle handelt es sich um ein Abfallprodukt lokaler Schreiner. Bis die Produktidee feststand, haben sich die Schüler lange Gedanken gemacht. „Dass es etwas Nachhaltiges sein sollte, war uns von Anfang an klar“, erzählt Loris. Nur was genau? Ein Igel-Haus war im Gespräch, eine Sitzgelegenheit aus alten Reifen und ein Tisch, den man auf alte Bierflaschen stellen kann. Dass sie letztlich beim Insektenhotel gelandet sind, hat viele Gründe, aber einer sticht heraus: „Das Artensterben ist ein großes Problem, besonders bei Insekten, die ja gerade auch für die Landwirtschaft wichtig sind“, sagt Timon und erklärt, mit ihrem Produkt wollten sie einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Zielgruppe sind in erster Linie Gartenbesitzer, die selbst nicht handwerklich aktiv sind. Und natürlich alle, denen Natur und Tierwelt am Herzen liegt. Eine Marktumfrage unter 120 Menschen hat ergeben, dass der Preis für das Produkt unter 25 Euro liegen sollte und, dass viele potenzielle Kunden mit ihrem Insektenhotel gerne Wildbienen und Marienkäfer in den eigenen Garten locken würden. Am besten funktioniert das, wenn man es an einer trockenen Stelle aufhängt. Denn Nässe mögen die Insekten nicht. Im schlimmsten Fall könnten sie sogar ertrinken, wenn die Löcher mit Wasser volllaufen. In ihre Juniorfirma investieren die Schüler viel Zeit und Arbeit. A ber sie sagen, es lohne sich: „Es ist schön, die theoretischen Inhalte auch mal in die Praxis umzusetzen“, sagt Loris. Und Timon meint, man könne sich dabei viele „soft skills“ wie Verantwortung, Pünktlichkeit und Disziplin aneignen. Aktuell laufen die Produktion und die Suche nach Werbepartnern. Der Verkauf soll nach den Faschingsferien starten. Interesse sei da, sagen Timon und Loris: „Viele haben schon gesagt, sie würden eins kaufen.“ Wie viele am Ende tatsächlich den Besitzer wechseln, ist noch nicht klar. Fest steht allerdings schon jetzt, dass die Schüler ihren Gewinn für einen guten Zweck spenden werden. Mehr Informationen unter www.place2bee.info. – Nico Roller

Mit Weitsicht investiert

Glückwunsch und Lob: Hartmut Westje-Bachmann, Fabian Kreutel, Viktor Jeske und Claudia Kahles (hinten, von links) gratulieren den Schülern Emil, Nelio, Felix und Jonathan (vorne, von links) zu ihrem Erfolg beim Börsenspiel. (rol)

Von einem „tollen Ereignis“, von einer „herausragenden Platzierung“ und „viel Engagement“ spricht Viktor Jeske, um zu beschreiben, was Schülern des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums gelungen ist. Dass der Filialleiter der Königsbacher Sparkasse aus dem Loben gar nicht mehr herauskommt, ist kein Wunder. Schließlich sind beim bundesweiten Börsenspiel gleich zwei Gruppen der Schule auf dem Treppchen gelandet: Die Zehntklässler Felix Liu, Jonathan Mayer und Nelio Hartl belegen den zweiten Platz im Bereich der Sparkasse Pforzheim-Calw. Erik Fleps und Emil Reichelt schafften es sogar auf den ersten Platz. Zudem belegen sie in Baden-Württemberg den dritten Platz und bundesweit den neunten. Eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass allein im Bereich der Sparkasse Pforzheim-Calw rund 160 Gruppen an dem Wettbewerb teilgenommen haben. Drei Monate lang, von November bis Ende Januar, haben Felix, Jonathan, Nelio, Erik und Emil Kursverläufe analysiert, sich Unternehmensdaten angeschaut und in Aktien investiert. Sie haben Erfahrungen im Umgang mit Wertpapieren gesammelt, Börsenkurse im Blick behalten und Kapital in Aktien angelegt – alles genauso wie an der echten Börse, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass das Startkapital von 50.000 Euro nicht echt war.

Dabei verfolgten die beiden Gruppen verschiedene Strategien: Felix, Jonathan und Nelio kauften am Anfang viele Aktien, um das Risiko zu streuen. Später fokussierten sie sich auf Firmen mit Technik-Bezug, weil es dort zurzeit ein recht gutes Wachstumspotenzial gebe. Emil und Erik sind dagegen von Anfang an volles Risiko gegangen, indem sie gleich die kompletten 50.000 Euro investierten – und zwar in nicht mehr als fünf Aktien gleichzeitig. Eine Strategie, die aufging: Wäre das Geld echt gewesen, hätten sie innerhalb von drei Monaten eine Rendite von mehr als 16 Prozent erzielt. „Mit klugen Strategien und Weitblick haben die Schüler ein tolles Ergebnis erreicht“, sagt Sparkassen-Filialleiter Jeske und hofft, dass durch das Planspiel das Interesse am Wirtschafts- und Börsengeschehen geweckt wurde. Zumal die Sparkasse auch vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten biete. Am Königsbacher Gymnasium freut man sich über den Erfolg der Schüler, die bei dem Börsenspiel von Lehrer Fabian Kreutel betreut wurden. „Ein Planspiel hat nochmal eine andere Qualität, weil es einem die Realität praktisch näherbringt“, sagt der Lehrer, der solche Wettbewerbe auch vor dem Hintergrund wichtig findet, dass in der Presse oft zu lesen sei, die Finanzbildung komme in den Schulen zu kurz.

„Ich freue mich, dass die Schüler neben dem Unterricht noch aktiv sind und Lerninhalte praktisch umsetzen“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann. Dass die wirtschaftliche Bildung und die Vorbereitung aufs Berufsleben an seiner Schule eine große Rolle spielen, zeigt auch der Umstand, dass es dort inzwischen das Fach Wirtschafts-Berufs- und Studienorientierung (WBS) gibt. Die Schule ist zudem mit dem Boris-Siegel ausgezeichnet für ihre Berufs- und Studienorientierung, die über das hinausgeht, was von Bildungsplänen und Verwaltungsvorschriften gefordert wird. Unter anderem bietet sie eine Informationsveranstaltung mit ehemaligen Schülern, eine enge Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, einen Berufs- und Studieninfotag mit Firmenvertretern und Hochschulen an. Zusätzlich ist das Gymnasium Stützpunktschule Molekularbiologie, Teilnehmer an der Schüler-Ingenieur-Akademie und bei zahlreichen Wettbewerben vertreten. Am Börsenspiel nimmt sie schon seit vielen Jahren teil, immer wieder erfolgreich: Erst vor zwei Jahren hatten Schüler den zweiten Platz im Pforzheimer Raum belegt. – Nico Roller

Alkoholprävention für die 9. Klassen

Im Rahmen des schulinternen Suchtpräventionsprogramms besuchte Frank Milbich am 31. Januar und 1. Februar auch in diesem Jahr wieder die 9. Klassen des Lise-Meitner- Gymnasiums.
Herr Milbich, seit 17 Jahren trockener Alkoholiker, berichtete mit großer Offenheit über seine Laufbahn hinein in die Sucht bis hin zur Abhängigkeit. Er schilderte, wie er bereits mit 15 Jahren, als junger vielversprechender Handballspieler, nach dem Training beim „Stiefeltrinken“ immer mehr Alkohol getrunken hat, bis er abhängig war. Über 28 Jahre hinweg haben der Alkohol und der Rausch sein Leben bestimmt. Herr Milbich gewährte bei seinem Besuch tiefe Einblicke in die dunkelsten Kapitel seines Lebens. Jede Beziehung, jeden Job, jeden Freund verlor er durch den Alkohol. In seiner schlimmsten Phase hat er bis zu drei Flaschen Schnaps am Tag konsumiert. Schonungslos schilderte er seinen Tagesablauf mit seinem einzigen Verbündeten, dem Alkohol, der ihn beinahe zugrunde gerichtet hätte.
Schließlich brachte ihn eine ernüchternde Diagnose seines Hausarztes zum Umdenken, so dass er in Eigenregie über ein halbes Jahr hinweg unter schlimmsten Schmerzen, mit Lähmungserscheinungen und Halluzinationen einen kalten Entzug durchmachte und sich so aus der Sucht herauskämpfte. Während dieser Zeit verließ er nur das Haus, um nach Karlsruhe zu den Anonymen Alkoholikern zu gehen.
Herr Milbich hat den Weg heraus aus dem Alkohol geschafft und macht es sich heute zur Aufgabe, seine Geschichte zu erzählen, um vor allem Jugendliche vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren. Dazu hält er Vorträge in Schulen oder Vereinen in ganz Baden-Württemberg.
In einer offenen Fragerunde beeindruckte Herr Milbich mit seiner Aufrichtigkeit und seinen ehrlichen Antworten und hinterließ so bei den Jugendlichen einen nachhaltigen Eindruck. Seine ehrlichen Schilderungen lösten große Betroffenheit aus und regten zum Nachdenken an.

Eva Astor & Verena Schiegl

Jetzt kommt auch Spanisch vor

Es handle sich nicht nur um eine moderne Fremdsprache, sondern auch um eine Weltsprache, die in mehr als 20 Ländern gesprochen werde, sagt Lehrerin Jessika Bogs und meint damit Spanisch: Wer sie beherrsche, könne im Berufsleben punkten und sein ganzes Leben lang davon profitieren. Ab dem kommenden Schuljahr wird Bogs sie am Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium unterrichten. Mit der Einführung von Spanisch erfülle man einen Wunsch, der von Schülern und Eltern immer wieder geäußert worden sei, erzählt Lehrer Dietmar Otto, der die Abteilung Sprachen leitet. Zugleich sollen damit die Wahlmöglichkeiten verbessert werden. Denn bislang mussten die Schüler sich in der sechsten Klasse entscheiden, ob sie ab der siebten Klasse Französisch oder Latein lernen wollen. Fiel ihre Wahl auf Französisch, mussten sie ab der neunten Klasse automatisch das Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT) belegen und konnten keine dritte Fremdsprache mehr wählen. Mit der Einführung von Spanisch wird das Angebot künftig deutlich breiter: Wer in der sechsten Klasse Französisch gewählt hat, muss dann nicht mehr automatisch NwT belegen, sondern kann sich auch für Spanisch oder Informatik-Mathematik-Physik (IMP) entscheiden.

Ein Konzept, das auch von den Lehrern begrüßt wird: Klar und deutlich hat sich die Gesamtlehrerkonferenz für die Einführung von Spanisch ausgesprochen. Die Schulkonferenz stellte einen Antrag beim Schulträger, der wiederum an das Regierungspräsidium herantrat. Von dort kam Ende Januar der positive Bescheid. „Da haben wir uns natürlich sehr gefreut“, erzählt Otto. Maßgeblich um die Einführung des neuen Fachs kümmern wird sich Lehrerin Jessika Bogs, die in Venezuela geboren und im Alter von drei Jahren nach Deutschland gekommen ist. Sie hat in Neuerer deutscher Literatur promoviert, in Mexiko Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und dort die Außenstelle einer deutschen Schule geleitet. „Da habe ich unglaublich viel mitgenommen.“ Am Königsbacher Gymnasium bereitet Bogs die Einführung von Spanisch inhaltlich, didaktisch und pädagogisch vor. Zudem versucht sie, die Werbetrommel zu rühren. Etwa, indem sie Schnupperstunden in den achten Klassen, eine Präsentation für die Eltern und die Möglichkeit für Rückfragen anbietet. Eine Handvoll Schüler würde reichen, um das Fach starten zu können. Bogs rechnet aber mit deutlich mehr und berichtet von einem großen Interesse. Was nicht zuletzt daran liege, dass Spanisch unter Jugendlichen sehr beliebt sei – auch, weil viele Musiker in dieser Sprache singen.

Im Unterricht will Bogs anwendungs- und kommunikationsbezogen arbeiten, interkulturelle Kompetenz stärken, spielerisch und mit Nachahmung mentale Netze aufbauen. Sie will einen offenen Unterricht gestalten, ihn auf den Alltag der Schüler beziehen und „die echte Welt ins Klassenzimmer holen“. Dabei sollen auch Rollenspiele, Filme und Musik helfen. Geplant ist zudem, eine Schulpartnerschaft mit Spanien zu organisieren, um Schüleraustausche zu ermöglichen. Eine reine Spaß-Veranstaltung wird das Ganze aber nicht: Noten werden verteilt und Klassenarbeiten geschrieben. Weil es sich um ein Hauptfach handelt, wird Spanisch vier Stunden pro Klasse und Woche unterrichtet. Bogs rechnet damit, dass die meisten Schüler schon nach dem Ende des ersten Schuljahrs fließend Spanisch sprechen können: „Es ist beeindruckend, wie schnell die Schüler in der dritten Fremdprachre Fortschritte machen.“ Das führt sie auch darauf zurück, dass Spanisch genauso wie Französisch und Latein eine romanische Sprache ist. – Nico Roller