
Die Kultur steht am Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium hoch im Kurs. Bei einem eigens dafür entwickelten Format zeigt die Schule die ganze Vielfalt ihrer Angebote.
Bunt ist das Wort, das die Sache wohl am ehesten trifft. Bunt und abwechslungsreich. Der Gang durch das Schulhaus beschert vielfältige Eindrücke: klassische Musik, bildende Kunst und experimentelles Improvisationstheater. Alles fügt sich harmonisch zusammen, zu einem großen Ganzen, das zeigen soll, wie breit das Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium im kulturellen Bereich aufgestellt ist, welchen Stellenwert die Kunst im Schulalltag einnimmt. Hunderte Besucher kommen zum Kulturcafé, das wie eine Art Schaufenster kurzweilig und niederschwellig einen Einblick in Unterricht und Arbeitsgemeinschaften gewährt. „Die Veranstaltung ist immer weitergewachsen“, erklärt Lehrerin Stefanie Koesling, die sich mit ihren Kolleginnen Ilka Lampl, Jessika Bogs und Lena Kunzmann federführend um die Organisation gekümmert hat. Für sie steht fest: „Wir wollen verschiedene Aspekte der Kunst zusammenbringen.“
Der Kursstufe eins gelingt das mit einer Modenschau, die eine Brücke zwischen Design, Performance und Literatur baut. Die Schüler präsentieren experimentell gestaltete Kleider, die die Charakteristika von Künstlerpersönlichkeiten wie Pollock oder Banksy widerspiegeln, ergänzt um kunstvoll geformte Texte, die ihre Lehrer verfasst haben. Die Zehntklässler bauen eine fantasievolle Strandlandschaft: mit Glitzer, blauen Planen und Figuren aus Pappmaché, die denen ähneln, die aufblasbar für Pools erhältlich sind. Auf ihnen präsentiert die ehemalige Theater-Arbeitsgemeinschaft der Oberstufe eine improvisierte Performance, die Anregungen aus dem Publikum aufgreift. „Das wird es so kein zweites Mal geben“, sagt Jessika Bogs, die die AG leitet und am Kulturcafé die große Bandbreite schätzt. Überall im Schulhaus gibt es Kunst zu sehen: gemalte und gedruckte Poolbilder, architektonische Studien, Sommerhüte aus Pappmaché, mit Schablonen gefertigte Figurendarstellungen und Linolschnitte, Letztere als Kunst zum Mitnehmen, gegen eine kleine Spende an den Förderverein. „Die Schüler freuen sich, wenn sie ihre Arbeiten ausstellen dürfen“, sagt Ilka Lampl.
Für die Lehrerin geht es darum, zu zeigen, wie wichtig kreatives, schöpferisches Arbeiten ist, auch für die Persönlichkeitsentwicklung. Sie und ihre Kolleginnen sehen im Kulturcafé das zweite kulturelle Aushängeschild des Gymnasiums, neben dem Special Concert, das vor ein paar Wochen mehr als 600 Zuhörer in die ausverkaufte Remchinger Kulturhalle gelockt hat. Während dort das warme, weiche Blech der Bigbands im Fokus stand, bietet das Kulturcafé viel Raum für Klassik und Streicherklänge: Die beiden Streicherklassen treten ebenso auf wie das Orchester, der Unterstufenchor und einige Solisten, unterm Strich mehr als 75 Schüler, alle unter Lena Kunzmanns Leitung. Die Lehrerin weiß, dass die Klassik am besten in einem etwas geschützteren Rahmen funktioniert. Auftritte hält sie allein schon deshalb für wichtig, weil sie die Motivation und das Selbstbewusstsein stärken. „Die Konzentration ist immer eine andere, wenn ein Konzert bevorsteht.“ – Nico Roller