Startschuss für bessere Bildung

Vertreter der Verbandsgemeinden, der Rathäuser, der Gemeinderäte und der Planungsbüros nehmen gemeinsam den ersten Spatenstich vor. Wo hinter ihnen die Säulen stehen, sollen bald neue Fachräume entstehen.

Nach vielen Jahren voller Diskussionen und Planungen hat die Erweiterung des Königsbacher Bildungszentrums begonnen. In den Sommerferien soll auf Hochtouren gearbeitet werden.

Synchron graben sich die Spaten in den großen Sandhaufen, der am Rand des Pausenhofs extra für diesen Moment aufgeschüttet wurde. Die kurze, aber feierliche Zeremonie hat eine große symbolische Kraft. Macht sie doch deutlich, dass die Arbeiten zum Umbau und zur Erweiterung des Königsbacher Bildungszentrums begonnen haben. Tatsächlich rücken schon wenige Stunden nach dem ersten Spatenstich die ersten Maschinen an, denn Zeit will man bei dem millionenschweren Großprojekt nicht verlieren. „Bildung braucht gut Ideen und sie braucht gute Räume“, sagt Königsbach-Steins Bürgermeister Heiko Genthner, als er am Dienstagabend den ersten Spatenstich vornimmt, flankiert von seinen Amtskollegen und von Vertretern der Gemeinderäte aus Kämpfelbach, Königsbach-Stein, Ispringen und Eisingen. Über einen Zweckverband tragen die vier Gemeinden gemeinsam das Königsbacher Bildungszentrum mit Lise-Meitner-Gymnasium und Willy-Brandt-Realschule. Dass es umgebaut und erweitert werden soll, steht schon seit etlichen Jahren fest. Nachdem die ursprünglichen Pläne wegen stark gestiegener Kosten ad acta gelegt wurden, konzentrieren sich die Bauarbeiten in einem ersten Abschnitt auf einen überdachten Pausenhof, der zwar in der Kubatur des großen Hauptgebäudes liegt, aber bislang nicht von Außenmauern umschlossen ist.

In den kommenden Monaten sollen dort zwei neue naturwissenschaftliche Fachräume und ein Vorbereitungsraum entstehen. Damit das möglich ist, sind zunächst Abbrucharbeiten nötig, die wegen der Lärm- und Staubbelastung nach Möglichkeit komplett in den Sommerferien über die Bühne gehen sollen. Genthner ist überzeugt, dass man mit der Erweiterung und Sanierung der naturwissenschaftlichen Fachräume die Voraussetzungen dafür schafft, dass „moderner, praxisnaher und zukunftsorientierter Unterricht jetzt und in den kommenden Jahrzehnten möglich ist“. Doch Genthner sagt auch: „Der Weg war nicht immer einfach.“ Er verweist auf viele Gespräche und Sitzungen, auf das Prüfen zahlreicher Planungsvarianten, auf gemeisterte Herausforderungen und sorgfältig abgewogene Entscheidungen. Tatsächlich hatte sich der Schulverband schon vor rund zehn Jahren auf den Weg gemacht, zunächst mit einem Raumprogramm, dann mit einer ersten Planung, die im Wesentlichen vorgesehen hatte, die alten, nicht mehr zeitgemäßen Fachräume im Hauptgebäude in normale, aber moderne Klassenzimmer umzubauen und neue Fachräume durch das Erweitern und Aufstocken des sogenannten Neubaus zu erstellen. Doch nach enormen Kostensteigerungen zogen die Vertreter der vier Verbandsgemeinden die Reißleine und brachten eine Alternativplanung auf den Weg. Vorgesehen ist, zunächst neue Fachräume im Bereich des überdachten Pausenhofs zu schaffen, dann umfangreiche Umstrukturierungen im Inneren des Hauptgebäudes vorzunehmen.

An den Schulen ist man froh über den Start der Bauarbeiten. „Die neuen Räume schaffen zusätzliche Möglichkeiten“, sagt Hartmut Westje-Bachmann. Der Direktor des Lise-Meitner-Gymnasiums freut sich schon darauf, nach den Umstrukturierungen im Inneren des Hauptgebäudes den Unterricht im Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT) praktischer gestalten zu können. Dafür soll es künftig zwei neue Räume geben, drei andere sollen saniert werden. In der Willy-Brandt-Realschule wird der komplette naturwissenschaftliche Bereich neu gemacht. Rektor Roland Weißer hofft, dass dadurch künftig ein zeitgemäßer Unterricht möglich ist, dass die Qualität steigt und die Sicherheit verbessert wird. Er geht davon aus, dass man mit den neuen Räumen wieder als Ausbildungsschule für Referendare im Bereich Chemie und Physik zur Verfügung stehen kann. Weißer ist fest davon überzeugt, dass alle von den Umbauarbeiten profitieren, nicht nur die Schüler: „Die Lehrer sind Feuer und Flamme.“ – Nico Roller