Workshop Bad Rotenfels – „Der Kunst die Hand reichen“

– mit Künstlern auf Augenhöhe arbeiten
– eintauchen in den Schaffensprozess im Atelier
– ohne die Einschränkung des Schulalltags
… Workshop in der besonderen Atmosphäre von Schloss Rotenfels.

Nachdem die besondere Situation der letzten eineinhalb Schuljahre so manche Türe geschlossen gehalten hatte, haben sich nun wieder Möglichkeiten und im wahrsten Sinne des Wortes auch die Türen an der Akademie in Schloss Rotenfels, die als Weiterbildungsstätte für Lehrer wie auch für SchülerInnen fungiert, geöffnet.
Ein Schülerworkshop für die Dauer von 2,5 Tagen, zu dem wir zwei freischaffende KünstlerInnen einladen konnten, ermöglichte den besonderen Blick durch eine „Tür“, in den großen Kreativ-Raum des künstlerischen Arbeitens.
Olaf Quantius bot die Möglichkeit das Genre Landschaft auf großer Leinwand anzugehen und durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Werkprozess eine individuell überzeugende Aussage zu entwickeln. Ein derartiges Vorgehen bedarf unbedingt eines Spielraumes, um vom Wahrnehmen zum Gestalten und vom Erfahren zum Erkennen gelangen zu können.
Isabelle Rein legte den Fokus auf das Thema Körper. Im Gestalten, im Modellieren mit Ton werden Fertigkeiten gebraucht und entwickelt, die den Dualismus zwischen Arbeit am äußeren Modell/Bild und damit einhergehender Arbeit am Selbst befördern. So entstanden Arbeiten, die das ganze Spektrum von realistisch bis abstrakt zeigen.
Ein großes Dankeschön allen Beteiligten für ihren Einsatz und Ihre Ausdauer; so dass ein wirklich gelungenes Projekt in diesem Rahmen entstehen konnte. Besonders erwähnt sei die Unterstützung seitens des Kultusministeriums, welches unseren Antrag im Rahmen der Förderlinie „ Lernen mit den Künsten“ ausgewählt und mit einer finanziellen Unterstützung dieses Projekt mitgetragen hat.
Ilka Lampl und Michael Herrlich

Warum sehen Kinder ihren Eltern häufig so ähnlich ….


… und sind dennoch einzigartig?
Diese oder ähnliche Fragestellungen werden gerade im Biologieunterricht der 11. Klasse zum Thema „Genetik“ bearbeitet. Das Wissen um die Erbsubstanz, der Aufbau der Chromosomen aus Desoxyribonukleinsäure (DNA) und die Vorgänge bei der Zellteilung spielen dabei eine zentrale Rolle. Oftmals geht es um komplizierte Strukturen und Abläufe und kleinste Moleküle, die dem bloßen Auge und selbst vielen technischen Geräten verborgen bleiben.
Hier kommen in der Wissenschaft Modelle zum Einsatz. So entwickelten z.B. James Watson und Francis Crick, basierend auf den Forschungsergebnissen der Wissenschaftlerin Rosalind Franklin, 1953 ein Molekülmodell aus Karton und entschlüsselten damit die räumliche Struktur der DNA. Bis heute bildet dieses Modell die Grundlage zum Verständnis der menschlichen Erbinformation. 1962 erhielten Watson und Crick für ihre Erkenntnisse den Nobelpreis.
Auch unsere Schülerinnen und Schüler arbeiteten im Unterricht mit Modellen. So stellten sie aus Pfeifenputzern beispielsweise Chromosomen her. Chromosomen sind „Verpackungseinheiten“ des genetischen Materials. Wie bei einer Spule ist die DNA stark aufgewickelt und platzsparend in jeder Zelle des Körpers untergebracht.
Zur Veranschaulichung der Weitergabe der Chromosomen-DNA während der Zellteilung drehten die Schülerinnen und Schüler Erklärvideos. Dabei verfassten sie zunächst einen Text in der Fachsprache, das sogenannte „Storyboard“, um die einzelnen Schritte zu skizzieren. Fotos der Modellchromosomen erläuterten den Text. Diese Bilder wurden dann über Handy / Tablet zu einem Video kombiniert und digital bearbeitet.
Außerdem entwickelten die Schülerinnen und Schüler DNA Modelle aus „PlayMais“ um die molekulare 3D-Struktur der Erbsubstanz darzustellen. (s. Fotos)
Die Basenpaare und das Zucker-Phosphat-Rückgrat konnten dabei nach eigenen Ideen gestaltet werden.
Die Genetik ist ein sehr umfangreiches Sachgebiet, das ein von der Alltagssprache stark abweichendes Fachvokabular verlangt. Begrifflichkeiten wie Doppelhelix, Desoxyribose, Phosphat oder Nukleotid sind dabei nur ein Teil der Terminologie, die Schülerinnen und Schüler in diesem Zusammenhang kennen müssen.
Modelle helfen entscheidend dabei, komplexe Sachverhalte zu veranschaulichen, Details im Gedächtnis zu behalten und sprachsensiblen Fachunterricht zu ermöglichen. Beim gegenseitigen Vorstellen der selbst gebauten DNA-Helix wurden die neuen Fachbegriffe angewendet und gefestigt.
Aber welches Modell ist schon perfekt? Anhand einer kritischen Betrachtung kann schließlich die Aussagekraft und Eignung eines Modells überprüft werden. Auch das ist Teil der neu erworbenen Kompetenz.
Modellvorstellungen zu entwickeln, zu prüfen, und bei neuen Entdeckungen zu verändern, gehört heute zu den wichtigsten Erkenntnismethoden der Naturwissenschaften.

Verena Schiegl

Gefahren frühzeitig vorbeugen

Für die Präventionsangebote übergibt Samantha Wendel (rechts) von der VR Bank Enz plus an Direktor Hartmut Westje-Bachmann. Fördervereins-Vorsitzende Kerstin Meinig und Lehrerin Ulrike Heidt (hinten, v.l.) freuen sich darüber. (rol)

Wenn eine Spende einem guten Zweck dient, dann diese: Vor kurzem hat Samantha Wendel von der VR Bank Enz plus 1000 Euro an Direktor Hartmut Westje-Bachmann vom Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium überreicht. „Uns ist es sehr wichtig, unsere Region zu unterstützen“, sagt Wendel und erklärt, mit dem Königsbacher Gymnasium unterhalte man schon seit zehn Jahren eine erfolgreiche Schulkooperation. Unter anderem richte man ein Bewerbertraining aus, beteilige sich am Berufs- und Studieninformationstag und unterstütze die Herstellung der seit diesem Jahr neu existierenden Schülerkalender. Beim Königsbacher Gymnasium freut man sich über die großzügige Spende, die man für die zahlreichen Präventionsangebote verwenden wird, die es an der Schule inzwischen gibt. Unter anderem geht es darum, auf die Gefahren von legalen und illegalen Drogen aufmerksam zu machen, Kindern das richtige Verhalten auf dem Schulweg und im Internet beizubringen. Man habe ein Stufenmodell entwickelt, sodass von der fünften Klasse bis zur Kursstufe jedes Jahr mindestens ein Präventionsprogramm stattfindet, berichtet Ulrike Heidt. Die Lehrerin betreut die Präventionsangebote am Gymnasium federführend und erklärt, man arbeite dabei häufig mit externen Experten zusammen, etwa mit dem Medienpädagogen Clemens Beisel, mit dem Siloah-Chefarzt Thushira Weerawarna und mit der Beratungsstelle Lillith.

„Prävention ist wichtig, weil sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so verändern, dass wir als Schule da nachsteuern müssen“, sagt Direktor Westje-Bachmann und Heidt ergänzt: Es sei wichtig, nicht nur die Schüler, sondern auch deren Eltern zu erreichen. „Erziehung und Prävention können nur dann gut gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Heidt gibt offen zu: Zu allen Schülern und Eltern werde man nie durchdringen können. „Aber ich habe schon den Eindruck, dass es bei vielen einen nachhaltigen Effekt hat.“ So seien beispielsweise die Achtklässler immer „total konsterniert“, wenn ihnen Mediziner Thushira Weerawarna anhand anschaulicher Beispiele aus seiner täglichen Arbeit erklärt hat, wie gefährlich das Shisha-Rauchen in Wirklichkeit ist. Heidt berichtet: Glücklicherweise seien in diesem Schuljahr schon alle Präventionsveranstaltungen abgeschlossen gewesen, bevor Corona kam. Für das kommende Schuljahr seien die meisten Termine schon vereinbart. Ob sie tatsächlich stattfinden können, ist indessen noch nicht sicher. – Nico Roller